
Zum Krieg in Nahost heißt es in der TAZ:
"Der Angriff auf den Iran ist vermutlich der politisch riskanteste Schritt der bisherigen zweiten Amtszeit von US-Präsident Trump. Denn er läuft allem zuwider, was er seiner eigenen MAGA-Bewegung bislang versprochen hat. Für Israels Ministerpräsidenten Netanjahu geht mit dem Angriff auf Iran ein Lebenstraum in Erfüllung. Für Trump hingegen kann es ein politischer Albtraum werden."
Die Onlineausgabe der ZEIT kritisiert:
"Trump wird sich nach einigen Tagen, in denen er den Iran mit Bomben überzogen hat, zurückziehen. Er wird eine Region im Chaos hinterlassen, und Golf-Regierungen, die ihre Interessenskonflikte bisher mehr oder minder wohltemperiert hinter den Kulissen ausgetragen haben, werden in offener Konfrontation zueinanderstehen."
Die AUGSBURGER ALLGEMEINE blickt auf die Angriffe des Irans auf mehrere Golfstaaten:
"Ein Land, das so wahllos um sich feuert, kann selbst in den Staaten der Region, die sich bisher zurückhalten, nicht auf Verständnis hoffen. Was ein Zeichen von Stärke sein soll, nämlich die Diversifizierung des Konfliktes, ist letztlich nur ein Ausdruck der Verzweiflung."
Die MEDIENGRUPPE BAYERN, zu der unter anderem die PASSAUER NEUE PRESSE gehört, blickt auf die geplanten Rückholflüge für gestrandete deutsche Touristen:
"Es ist richtig, besonders verletzliche Gruppen nun zu evakuieren. Gleichwohl: Es gab genügend Warnungen, dass ein Krieg drohen könnte. Wer nun festsitzt, zahlt den Preis für die eigene Acht- und Gedankenlosigkeit und sollte auch die Folgen tragen."
Das HANDELSBLATT kommentiert die morgige Washington-Reise von Bundeskanzler Merz:
"Der Kanzler weiß um seinen bevorstehenden Drahtseilakt. Und so gab er sich bereits redlich Mühe, den Kriegsherrn im Weißen Haus milde zu stimmen. Merz zeigte auffälliges Verständnis für die Angriffe gegen den Iran. Seine Aussagen sind allerdings nichts Geringeres als ein völkerrechtlicher Offenbarungseid."
Die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG findet die Kritik an Merz unberechtigt:
"Man kann ihm kaum widersprechen. Wenn das Völkerrecht skrupellose Diktatoren schützt, erweist es der Weltgemeinschaft einen schlechten Dienst."
Dazu, dass Deutschland und Frankreich eine enge Zusammenarbeit im Bereich der atomaren Abschreckung vereinbart haben, bemerkt die SÜDWEST PRESSE aus Ulm:
"Die Forderung von Frankreichs Präsident Macron, die Europäer müssten wieder in der Lage sein, ihr Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen, ist richtig. Der andere Teil seiner Botschaft war aber ebenso gut hörbar: Die Entscheidung über den Einsatz der Waffen bleibt allein in der Hand des französischen Präsidenten. Der Schutz ist nicht garantiert. Von den Franzosen – neben den USA – ein zweites Los zu kaufen, ist klug, sicher ist es aber nicht."
