
"Trumps Auftritt mit Friedrich Merz im Weißen Haus war vor allem dies: eine Show. Und für den Bundeskanzler ein Showdown, eine enorme Kraftanstrengung. In seinem Bemühen, auch im sicherheitspolitischen Sinne Deutschlands und Europas irgendwie einen Draht zu dem nach Großmacht strebenden und jetzt auch Krieg führenden Präsidenten aufrechtzuerhalten, vermied er bewusst jede Konfrontation."
Ähnlich sehen es die Zeitungen der MEDIENGRUPPE BAYERN.
"Der Bundeskanzler konnte kaum mehr machen als gute Miene zu bösem Spiel und musste sich praktisch zum Kompagnon im Iran-Krieg erklären lassen. Dass er auf offener Bühne auf zu viel Widerspruch verzichtet hat, mag taktisch verständlich sein – auch angesichts der Tatsache, dass die EU im Nahostkonflikt noch mehr Zaungast ist als in den Ukrainegesprächen. Bei ur-europäischen Themen wie der Zollpolitik dagegen wäre mehr Courage angebracht gewesen."
Die TAZ schreibt in ihrer Online-Ausgabe:
"Trump hielt bei Merz' Besuch im Oval Office die übliche Suada: Ein Stakkato von Selbstlob, Beschimpfungen und grotesken Lügen, etwa dass die USA im Iran ausschließlich militärische, der Iran nur zivile Ziele getroffen hätten. Merz saß daneben und beteuerte, Deutschland unterstütze den Krieg der USA und Israels gegen den Iran. Die Deutschen werden zur Staffage in einem Drama, in dem sie keine Rolle spielen."
Die RHEINISCHE POST befasst sich mit dem Bericht des Wehrbeauftragten des Bundestags:
"Henning Otte ist der 'Anwalt der Soldatinnen und Soldaten'. Sein Job ist es, auf die Einhaltung ihrer Grundrechte zu achten und ihre Belange an die Regierung heranzutragen. Es ist richtig, dass Otte insbesondere auf das Personalproblem hingewiesen hat. Seine Zweifel sind berechtigt, ob es wirklich bei einer rein freiwilligen Aufstockung mit Wehrdienstleistenden bleiben kann."
Der REUTLINGER GENERAL-ANZEIGER formuliert es so:
"Die Bundeswehr sollte endlich nicht mehr wie eine veraltete Bundesbehörde daherkommen, sondern sich an modern geführten Unternehmen orientieren. Dann wird am Ende vielleicht auch die Wiedereinführung der Wehrpflicht nicht mehr nötig sein."
Die MÄRKISCHE ODERZEITUNG aus Frankfurt/Oder konstatiert:
"Dass die gemeldeten Fälle in den Bereichen Rechtsextremismus und Sexismus zugenommen haben, kann zwar für eine größere Sensibilität sprechen. Trotzdem fehlt bei vielen, gerade niedrigeren Dienstgraden, bei Studierenden und bei Soldatinnen, das Vertrauen, dass eine Meldung überhaupt Konsequenzen haben wird."
