04. März 2026
Blick in die Zeitungen von morgen

Kommentiert wird der anhaltende Krieg im Nahen und Mittleren Osten.

    Bundeskanzler Friedrich Merz sitzt neben US-Präsident Donald Trump, der gerade spricht und gestikuliert, in goldenen Sesseln vor einem goldbeschlagenen Kamin im Oval Office im Weißen Haus in Washington.
    Einer spricht, einer hört zu. Bundeskanzler Friedrich Merz und US-Präsident Donald Trump bei ihrem Treffen im Oval Office. (picture alliance / Captital Pictures / CNP / ADM)
    "Trotz des Todes von Chamenei und Dutzender weiterer Führungspersonen ist völlig offen, was dieser Krieg bringen wird", konstatiert der SÜDKURIER aus Konstanz:"Das hängt davon ab, auf welche Seite sich die iranische Armee schlagen wird. Stellt sie sich hinter einen möglichen Aufstand, droht ein Bürgerkrieg gegen die zahlenmäßig überlegenen Revolutionsgarden. Passiert das nicht, dürften die Mächtigen in Teheran die Angriffe aussitzen und darauf warten, bis den USA und Israel die Luft ausgeht. Das wird auch wegen der wirtschaftlichen Verwerfungen eher früher als später passieren – und zeigt, mit welch naiven Vorstellungen dieser Krieg begonnen wurde. Demokratie lässt sich eben nicht herbeibomben."
    Das STRAUBINGER TAGBLATT prognostiziert die wirtschaftlichen Folgen des Irankrieges:
    "Öl und Gas sind nach wie vor das Rückgrat der Wirtschaft in allen Industrieländern. Deshalb bedeutet eine massive Verteuerung, dass die Preise auf allen Ebenen der Verarbeitung von Rohstoffen steigen. Diese Preissteigerungen ziehen sich durch alle Handelsebenen und landen beim Verbraucher. Dies treibt die Inflation, die Bürger verlieren an Kaufkraft, was zu einem Nachfrageverlust in der Wirtschaft führt."
    Der WESER-KURIER aus Bremen empfiehlt:
    "Die Bundesregierung ist gut beraten, diesmal kein teures Strohfeuer wie einen Tankrabatt zu entzünden, sondern auf langfristige und größtmögliche Unabhängigkeit von Öl und Gas zu setzen. Das kann auf lange Sicht nur durch einen konsequenten und intelligenten Ausbau der erneuerbaren Energien geschehen. Das wäre nicht nur aus ökologischen, sondern auch aus ökonomischen Gründen die klügste Strategie."
    Nach dem Besuch des Bundeskanzlers in den USA wirft Spanien Merz mangelnde Solidarität vor. US-Präsident Trump hatte im Beisein von Merz die spanische Regierung als "schrecklich" bezeichnet.
    "Der Kanzler hat das einzig Vernünftige getan", loben die NÜRNBERGER NACHRICHTEN:"Er unterschied zwischen dem öffentlichen, vom Fernsehen übertragenen Gespräch, in dem er sehr diplomatisch blieb, und dem internen Gespräch, in dem er nach eigenen Aussagen sehr viel deutlicher wurde. Damit brüskierte er seinen Gastgeber nicht. So müssen wir Deutsche in Zukunft auftreten. Bei unserer Meinung bleiben und diese auch artikulieren, aber nicht der Meinung sein, dass alle Welt und insbesondere die Supermächte auf unsere Belehrungen warten."
    Die TAGESZEITUNGTAZ – bezeichnet Merz' Besuch hingegen als "Kniefall von Washington":
    "Dieser Kurs kostet Glaubwürdigkeit, ohne etwas zu bringen. Merz hat kürzlich angekündigt, dass Europa nun die Sprache der Machtpolitik lernen muss. Sein Trip nach Washington dokumentiert eher eine Grammatik der Machtlosigkeit. Der Kanzler, der stumm lächelnd neben Trump sitzt, der gegen Spanien und Großbritannien wütet, ist dafür das sprechende Bild."