08. März 2026
Blick in die Zeitungen von morgen

Heute mit Stimmen zur Landtagswahl in Baden-Württemberg, die die Grünen um Spitzenkandidat Özdemir wohl knapp gewinnen.

    Wahlplakat mit dem grünen Kandidaten Cem Özdemir im Landtagswahlkampf in Baden-Württemberg
    Der Grünen-Politiker Cem Özdemir wird wohl neuer Ministerpräsident in Baden-Württemberg. (Imago / Nordphoto / Hafner)
    Die HEILBRONNER STIMME kommentiert:
    "Mehr als 30 Prozent für Özdemir – das ist letztlich eine absolut unerwartete Überraschung. Aber auch dem letzten linken Grünen müsste jetzt aufgefallen sein, dass man Wahlen in der Mitte und nicht mit verknöcherter Ideologie gewinnt."
    Der KÖLNER STADT-ANZEIGER meint:
    "Die Grünen sollten sich nicht zu früh freuen. Özdemir ist ein leutseliger Politiker der Mitte, der sich von seiner Partei inhaltlich so weit abgegrenzt hat, dass er von den Wählerinnen und Wählern geradezu als Solitär wahrgenommen wird. Auf der Bundesebene sind die Grünen nach dem Scheitern der Ampel-Koalition nach links gerückt. Damit steht nun eine innerparteiliche Zerreißprobe bevor."
    CICERO bemerkt mit Blick auf eine wahrscheinliche Weiterführung der grün-schwarzen Koalition:
    "Man könnte wohlmeinend von Kontinuität sprechen. Aber so einfach ist das nicht. Denn in der CDU ist die Wut über die vermeintliche oder tatsächliche Grünen-Kampagne enorm: man sieht sich um den Sieg betrogen. Da wird also erst einmal viel Geschirr gekittet werden müssen."
    Das HANDELSBLATT widerspricht:
    "Die CDU in Baden-Württemberg hat schon selbst dafür gesorgt, dass es am Ende so eng wurde. Es gab auch taktische Fehler: Nachdem Hagel lange Zeit unter der Wahrnehmungsschwelle Wahlkampf gemacht hatte, wurde er am Ende hektisch. In der heißen Phase griff er Özdemir frontal an und nannte ihn 'rotzfrech' und 'nicht ehrlich'. So spricht kein souveräner Kandidat für das höchste Amt in einem Bundesland."
    Die ZEIT schaut auf den Bundeskanzler:
    "Das war die Wahl, die für Merz nicht verloren gehen durfte. Das Wohl der Wirtschaft war die größte Sorge der Wähler im Südwesten, also eigentlich eine Kernkompetenz der Christdemokraten. Doch zu offenkundig fallen in der CDU-geführten Wirtschaftspolitik, im Land wie im Bund, Ankündigungen und Taten auseinander."
    Der WESER-KURIER aus Bremen meint zur AfD und zur SPD:
    "Das Ergebnis von Stuttgart zeigt auch, dass die Bäume für die AfD zumindest im Westen nicht in den Himmel wachsen. Für die SPD hingegen muss das Resultat knapp über der Fünf-Prozent-Hürde ein schrilles Warnsignal sein. Sie droht zu einer nordwestdeutschen Regionalpartei zu werden."
    Und zur FDP merkt die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG an:
    "Nach dem Rauswurf aus dem Bundestag brauchten die Liberalen unbedingt ein politisches Lebenszeichen. Jetzt kämpfte die FDP am Wahlabend noch mit der 5-Prozent-Hürde, was zeigt: Wenn die Liberalen selbst in ihrer Hochburg schwächeln, wird sich die FDP eine neue Strategie überlegen müssen, wenn sie politisch überleben will."