09. März 2026
Blick in die Zeitungen von morgen

Auch heute befassen sich die Kommentatoren mit den Folgen der Landtagswahl in Baden-Württemberg.

Der Landtag von Baden-Württemberg, im Hintergrund das Neue Schloss Stuttgart
Der Stuttgarter Landtag (picture alliance / Schoening / Schoening)
Zu den Rufen aus der Bundes-CDU nach einer Ämterteilung an der Spitze der künftigen Landesregierung schreibt die ALLGEMEINE ZEITUNG aus Mainz:
"Es sei der CDU in Baden-Württemberg dringend geraten, alle Forderungen nach einer Doppelspitze oder einer paritätischen Teilung der Macht rasch wieder einzupacken. Schlechte Verlierer mag das Wahlvolk nicht, und schlechte Verlierer machen selten gute Politik."
Der REUTLINGER GENERAL-ANZEIGER spricht von Störfeuern aus Berlin.
"Es ist Zeit, der Wahrheit ins Gesicht zu blicken. Die CDU ist die Nummer 2 in Baden-Württemberg. Manuel Hagel hat die Wahlschlappe mit echter Größe auf seine Kappe genommen. Das sollte honoriert werden, besonders weil sein Ergebnis eine echte Koalition auf Augenhöhe ermöglicht."
Die PFORZHEIMER ZEITUNG bemerkt:
"Die CDU will den Preis für eine Weiterführung der grün-schwarzen Koalition treiben. Aber die klaren Unterschiede der Erst- und Zweitstimmenergebnisse zeigen: Die Mehrheit der Menschen will Cem Özdemir als Ministerpräsidenten. Und nicht Manuel Hagel."
Die FRANKFURTER RUNDSCHAU nennt Gründe für das schlechte Abschneiden der Sozialdemokraten:
"Der SPD fehlt es an Biss, Courage und Ausstrahlung. Ihr Desaster im Südwesten ist nicht durch das Wettrennen von CDU und Grünen oder durch die AfD verursacht worden. Dieses Debakel ist hausgemacht."
Der KÖLNER STADT-ANZEIGER erläutert:
"Die SPD hat versagt, weil sie viele Menschen in diesen aufgewühlten nationalen und internationalen Zeiten nicht mehr erreicht. Nach den Wahlergebnissen ist sie sowohl im Bund als auch in vielen Ländern keine Volkspartei mehr. Überhaupt kommen Zweifel über Volksnähe in ihren Reihen auf. Der Absturz in Stuttgart könnte das allerletzte Warnsignal für die Bundespartei vor dem schleichenden Untergang sein."
Aufmerksamkeit erhalten auch die Freien Demokraten. Der MÜNCHNER MERKUR führt aus:
"Dass die FDP nicht mal mehr in ihrem Stammland den Sprung in den Landtag schafft, sollte auch dem Letzten zu verstehen gegeben haben: Mit Christian Dürr, dem uncharismatischsten Anführer in der Geschichte der FDP, sind die Liberalen chancenlos."
Die RHEIN-NECKAR-ZEITUNG aus Heidelberg formuliert es so:
"Dass die Wähler in ihrer übergroßen Zahl die Partei von Theodor Heuss, von Hans-Dietrich Genscher, von Hildegard Hamm-Brücher, Gerhart Baum oder Sabine Leutheusser-Schnarrenberger für verzichtbar halten, wirkt erschütternd. Allerdings haben die Erben dieser Partei-Granden kaum mehr etwas mit den liberalen Wurzeln der Partei zu tun."
Auch die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG findet:
"Die FDP braucht neue Köpfe. Für die Liberalen kommt die Abwahl aus dem Landtag in ihrem Stammland einem Todesstoß gleich."