16. März 2026
Blick in die Zeitungen von morgen

Die Zeitungen kommentieren die Reaktion der NATO, nachdem US-Präsident Trump die Mitgliedsstaaten zu einem Einsatz in der Straße von Hormus gedrängt hatte. Die FREIE PRESSE aus Chemnitz findet die Absage der NATO richtig:

    "Dass Irans Regime die Straße von Hormus als strategisches Faustpfand behandeln würde, wäre nach einem intensiven Blick auf die Landkarte jedem Unteroffiziersanwärter klar. Trump war das offensichtlich nicht klar – und nun schreit er um Hilfe. Die Regierungschefs der Nato handeln richtig, wenn sie sich dem verweigern."
    Auch die VOLKSSTIMME aus Magdeburg sieht die Weigerung positiv:
    "Freilich kommt die erneute Bedrohung des Bündnisses nach der Grönlandkrise eher unerwartet. Dass der Konflikt zwischen Europäern und USA in der Arktis nicht eskalierte, liegt daran, dass die NATO-Mitglieder gegen die Führungsmacht USA standhaft geblieben sind. So muss es auch jetzt sein."
    Ganz anders schätzt der TAGESSPIEGEL aus Berlin die Lage ein:
    "Die Straße von Hormus ist kein ferner Punkt auf der Landkarte zwischen Persischem Golf und Indischem Ozean. Sie ist eine Lebensader der Weltwirtschaft, damit auch der deutschen. Wer Öl, Gas, Handel und Stabilität sagt, sagt auch Hormus. Genau deshalb wäre es falsch, wenn Deutschland jetzt nur vom Ufer aus zuschaut."
    Themenwechsel. Die italienische Großbank Unicredit hat ein ‌offizielles ⁠Übernahmeangebot ⁠für die deutsche Commerzbank vorgelegt. Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG zeigt sich misstrauisch gegenüber Unicredit-Chef Orcel:
    "Hellhörig sollte die Bundesregierung machen, dass Orcel kürzlich in einem Interview behauptete, das Investmentbanking sei gar nicht so riskant, wie viele glaubten. Dabei ist Orcel mit einer großen Übernahme schon einmal spektakulär gescheitert: Als Investmentbanker beriet er 2007 die Royal Bank of Scotland bei der Übernahme der niederländischen ABNAmro. Wenig später brach die Finanzkrise aus – und die britischen Steuerzahler mussten die Royal Bank of Scotland mit 45 Milliarden Pfund stützen. Es war die teuerste Bankenrettung in der europäischen Geschichte."
    Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG dagegen sieht vorerst noch keine allzu große Gefahr durch die Pläne. Dort heißt es:
    "Mit dem Übernahmeangebot der Unicredit muss das Schicksal der Commerzbank aber auch in einer Marktwirtschaft noch nicht besiegelt sein. Zunächst einmal will der Unicredit-Vorstandsvorsitzende Andrea Orcel die Beteiligungsschwelle von 30 Prozent überschreiten, um den konstruktiven Dialog mit der Commerzbank zu vertiefen. Das klingt nicht nach einer raschen Komplettübernahme. Dennoch wäre Naivität unangebracht: Orcel wird mit einer höheren Beteiligung natürlich mehr Einfluss auf die Commerzbank anstreben."