
Dazu bemerkt die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG:
"Je höher der Öl- und Gaspreis, je größer die Schäden an den Förderanlagen, desto besser für Iran. Gegen diese asymmetrische Strategie haben US-Präsident Trump und Israels Ministerpräsident Netanjahu bisher kein Mittel gefunden. Die Wirkung der amerikanisch-israelischen Luftschläge sollte man nicht unterschätzen. Aber nur das im jahrzehntelangen Überlebenskampf gestählte Israel ist bereit, hohe Kosten in Kauf zu nehmen. Die Europäer sind raus, Trumps Wähler ungeduldig, Amerikas Verbündete am Golf immer wieder schutzlos - das iranische Regime hat noch nicht verloren."
DIE WELT stellt fest:
"Die Energiepreiskrise eskaliert. Deutschland und den Rest der EU treffen die Auswirkungen des Kriegs immer stärker. Dabei geht es längst nicht mehr allein um die Energieversorgung, sondern infolge der gerissenen Lieferketten um noch viel weitreichendere Folgen für hiesige Unternehmen und Konsumenten. Der Bundeskanzler spricht zu Recht von einem Sturm, der nicht einfach an Deutschland vorbeiziehen werde."
Der KÖLNER STADT-ANZEIGER rechnet vor:
"Mehr als 100 Euro kostete am Wochenende eine Megawattstunde Strom in Deutschland, Italien und Frankreich. In Spanien: 14 Euro, weil das Land schon früh massiv auf erneuerbare Energien gesetzt hat. Die beiden Zahlen erzählen mehr über Europas Probleme und Zukunft als jedes Strategiepapier. Wer seinen Energiebedarf zu 400 Milliarden Euro im Jahr aus dem Ausland deckt – aus Autokratien und Krisenregionen –, der finanziert seine eigene Abhängigkeit."
Themenwechsel. Ungarns Ministerpräsident Orban hat auf dem EU-Gipfel seine Blockade der Unterstützung für die Ukraine bekräftigt.
"Wieder einmal hat die EU sich von dem Trickser aus Budapest an der Nase herumführen lassen", heißt es in der LUDWIGSBURGER KREISZEITUNG dazu:
"Man hätte ihn längst kaltstellen müssen, etwa mit der Aussetzung von Stimmrechten nach Artikel 7. Solange Orban mit einem einzigen Veto Milliarden für die Ukraine und Sanktionsentscheidungen aufhalten kann, ist die Erpressung längst real."
Die VOLKSSTIMME aus Magdeburg findet:
"Viktor Orban, Großmeister der populistischen Provokation, ist diesmal zu weit gegangen. Wenn aus der Blockade-Drohung die Sabotage des Brüsseler Klubs bei der Ukraine-Hilfe wird, hat er den Bogen überspannt. Einmal mehr stolpert die Gemeinschaft so über das Einstimmigkeitsprinzip bei Top-Entscheidungen. Also muss an dieser Stelle Europas Regelwerk geändert werden, um solche Querschüsse auszuschließen."
