
"Die Versicherungswirtschaft ruft 'Staatsfonds' und meint damit: unzulässige Konkurrenz. Verbraucherschützer hingegen sehen hier die Chance, ein kostengünstiges Standardprodukt zu etablieren, das den Namen verdient. Ein öffentlich organisiertes Basisprodukt kann Druck auf Preise und Transparenz erzeugen – aber es ersetzt nicht die Vielfalt eines funktionierenden Marktes."
Auch die FRANKFURTER RUNDSCHAU geht auf die Reaktionen von Versicherungen und Verbrauchern ein: "Als Finanzminister Klingbeil seinen ersten Entwurf für die überfällige Ablösung der Riester-Rente vorlegte, waren die Banken und Versicherungen zufrieden. Dann legten die Finanzpolitiker der Koalitionsfraktionen von Union und SPD Hand an. Nun maulen die Banken und Versicherungen – die Verbraucherschützer aber sprechen von einem Meilenstein. Mit der Reform wird es in Deutschland erstmals eine attraktive private Altersvorsorge geben."
Aber, so warnt die Magdeburger VOLKSSTIMME: "Altersarmut in Deutschland wird es weiter geben. Die Privatvorsorge, staatlich gefördert, kann aber dazu beitragen, mehr Menschen im Alter von finanziellen Nöten zu befreien."
Nach Ansicht der Koblenzer RHEIN-ZEITUNG gehört ein solches Modell nicht in die Hände der Privatwirtschaft:
"Die Idee eines Staatsfonds nach schwedischem Vorbild für die Alterssicherung ist an sich ja nicht falsch. Wollte man sich das abschauen, sollte man dieses Element aber unter dem Dach der Rentenversicherung organisieren – und nicht als Teil der privaten Altersvorsorge."
Und die TAZ sorgt sich um die finanzielle Sicherheit der Verbraucher im neuen System, denn - Zitat: "Bei der Riester-Rente muss der Anbieter garantieren, dass mindestens die eingezahlten Beiträge und Zulagen erhalten bleiben. Bei den neuen Verträgen ist das anders. Kund:innen können nur zwischen Risikoklassen wählen. Faktisch wird das Kapitalmarktrisiko aber auf sie verlagert."
Die Deutsche Bahn hat ihre Bilanz vorgelegt: Milliardenverluste, aber mehr Fahrgäste. Die Ulmer SÜDWEST PRESSE sieht Chancen: "Die Deutsche Bahn könnte der Gewinner des Kostenschocks an den Zapfsäulen sein. Mit 63 Euro pro Monat ist das Deutschlandticket eine günstige Alternative für Pendler. Das ist weniger als ein Mal volltanken."
ND.DERTAG aus Berlin fordert, das Bahnnetz zügiger zu sanieren. "Erst dann wird die Bahn ihr eigentliches Potenzial im Güter- sowie im Personenverkehr erschließen können. Wie groß dieses ist, zeigt die Tatsache, dass die Fahrgastzahlen von hohem Niveau aus weiter steigen, obwohl die Bahn alles dafür tut, neue Kunden abzuschrecken und alte Kunden zu verprellen".
