30. März 2026
Blick in die Zeitungen von morgen

Die Vorschläge der Expertenkommission für eine Reform der gesetzlichen Krankenversicherungen sorgen für ein reges Echo in den Kommentarspalten.

    Das Bild zeigt Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU).
    Die von Bundesgesundheitsministerin Warken (CDU) einberufene Expertenkommission hat Vorschläge für die Reform der gesetzlichen Krankenversicherung vorgelegt. (Archivbild) (picture alliance / dpa / Sebastian Gollnow)
    Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG schreibt:
    "Jetzt gibt es keine Ausreden mehr. Das Besondere an den Vorschlägen der Reformkommission für die Krankenkassenfinanzen besteht in ihrer Tiefe und Breite: Das Einsparpotential ist im kommenden Jahr fast dreimal so groß wie das erwartete Defizit. Zu Recht legen die Gutachter großen Wert auf medizinische Evidenz. Was nichts bringt, soll weg."
    Die FRANKFURTER RUNDSCHAU kritisiert hingegen "Milliarden-Luftbuchungen" und schreibt:
    "Zwölf Milliarden Euro soll der Bund mehr überweisen, um für die Bürgergeldempfänger kostendeckende Beiträge zu zahlen. Das ist richtig in der Sache. Doch Finanzminister Lars Klingbeil hat längst klar gemacht, dass er angesichts der Löcher im Bundeshaushalt nicht dazu bereit ist."
    Auch die NÜRNBERGER ZEITUNG ist skeptisch:
    "Die entscheidende Frage wird sein, ob die Regierung Merz dem zu erwartenden Widerstand trotzt. Dass er kommen wird – von Ärzten, Pharmaunternehmen, Kassen, Patientenvereinigungen, Krankenhäusern –, ist so sicher wie nur irgendetwas."
    Der CICERO indes lobt:
    "Die Vorschläge, die nun präsentiert wurden, gehen endlich in die richtige Richtung. Im Kern nämlich bestehen sie nicht aus dem einen großen Schritt zum rettenden Ufer, sondern sie setzen sich aus 66 gezielten Einzelmaßnahmen zusammen."
    Und die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG fordert von der Bundesregierung:
    "Das Schlauste wäre es, vor niemandem zu kapitulieren und einfach alle Kommissionsvorschläge umzusetzen. Ob es so kommt? Normal wäre es, wenn sich Regierungsparteien, Lobbygruppen und Öffentlichkeit so zerstreiten, dass am Ende nicht viel rauskommt, außer Beitragssteigerungen und ein paar Prozent mehr für die AfD. Aber was ist heute schon normal?"
    Abschließend noch Stimmen zum Besuch des syrischen Übergangspräsidenten al-Scharaa in Berlin und der von Kanzler Merz geäußerten Absicht, 80 Prozent der hierzulande lebenden Syrer zurückzuführen. Die TAZ kritisiert:
    "Eine Politik, die krampfhaft darauf fokussiert ist, Syrien möglichst schnell für sicher zu erklären, nur um Menschen dorthin zurückzuzwingen, droht am Ende das Gegenteil zu erreichen. Plötzlich werden autoritär regierende Ex-Islamisten hofiert, Hauptsache, die Abschiebeflieger können bald regelmäßig in Damaskus landen."
    Und die RHEIN-NECKAR-ZEITUNG notiert:
    "Das unsichere Leben in der Heimat unter einem Herrscher, dem viele Landsleute nicht trauen, konkurriert dann mit dem Wohlstand und der Sicherheit in Deutschland. Und am Ende kommt es ganz darauf an, wer sich auf die Heimreise machen wird: Die ausgebildete Pflegekraft, Ärzte, oder die, die es hier nicht geschafft haben."