
"Die Wachstumsverluste aus dem Iran-bedingten Energiepreisschock veranschlagen die Ökonomen gerade mal mit einem Minus von 0,3 Prozentpunkten. Das heißt: Der größere Teil der schlechteren Aussichten ist nicht dem Irankrieg geschuldet, sondern der hausgemachten Schwäche. Die Lage der Industrie ist schlimmer als angenommen."
Die Inflationsrate wird nach Einschätzung der Ökonomen auf 2,8 Prozent ansteigen. Alles werde teurer, nicht nur Benzin und Heizöl, bemerkt die TAGESZEITUNG. Ein Preisdeckel für Öl, Benzin und Gas könnte den Staat sehr teuer kommen, meint die TAZ. "Denn er müsste den Lieferanten fossiler Energie die Differenz zwischen dem gedeckelten niedrigen Niveau und dem hohen Weltmarktpreis zahlen."
Die SÜDWEST PRESSE aus Ulm ist sich sicher:
"Für den normalen Bürger wird das US-amerikanische und israelische Abenteuer am Persischen Golf also noch lange Nachwirkungen haben. Denn auch die Inflation wird steigen. An den Tankstellen kann man die Folgen bereits besichtigen."
Die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG fordert von der Politik Wachstumsimpulse und nennt Beispiele:
"Arbeits- und Energiekosten senken, Bürokratie abbauen. Die europäische Energiewende vorantreiben, um unabhängiger von Öl und Gas zu werden. Die europäische Verteidigung stärken. Wenn wir uns von den eingetrübten Aussichten nicht lähmen lassen, dann braucht einem nicht angst und bange sein. Denn noch ist Deutschland ein verdammt starkes Land."
Zwei Jahre nach der Teil-Legalisierung von Cannabis haben Fachleute aus der Wissenschaft einen Zwischenbericht zu den Folgen dieser Entscheidung vorgelegt. Der WIESBADENER KURIER notiert:
"Viel Rauch um nichts. Ein Anstieg des Konsums, der auf die Reform zurückgeführt werden könnte, ist für die Suchtforscher, Ärzte und Kriminologen der Kommission nicht erkennbar. Allen Kassandrarufen zum Trotz ist Deutschland nicht zum Paradies für Kiffer geworden und die Jugend nicht dem kollektiven Rausch verfallen."
Die LAUSITZER RUNDSCHAU aus Cottbus fordert eine Novellierung des Gesetzes.
"Dafür müssen beide Regierungsparteien alte Glaubenssätze über Bord werfen. Die SPD muss sich eingestehen, dass zwar die Intention richtig war, die Ausgestaltung aber schlichtweg Murks. Der Union hingegen muss klar werden: Um den Schwarzmarkt zu bekämpfen, muss es legale, kontrollierte Alternativen zu den aktuellen Grauzonen geben."
Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG meint indes:
"Die Legalisierung muss rückgängig gemacht werden. Denn an den schädlichen gesundheitlichen Auswirkungen des Gebrauchs dieses Rauschgifts, die im politischen Diskurs so gern verharmlost werden, hat sich nichts geändert."
