10. April 2026
Blick in die Zeitungen von morgen

Kommentiert wird die Debatte in der Bundesregierung über den Umgang mit den hohen Energiekosten.

    Markus Söder, Friedrich Merz, Bärbel Bas und Lars Klingbeil hinter einem Podium im Berliner Kanzleramt, 28.01.2026
    Die Koalition debattiert weiter über Entlastungen. (picture alliance / Geisler-Fotopress / Bernd Elmenthaler / Geisler-Fotopr)
    Die BERLINER MORGENPOST notiert:
    "Der Kanzler ist 'not amused' über die Art und Weise, wie sich seine Wirtschaftsministerin Katherina Reiche verhalten hat. Da veranstaltet ihr Kabinettskollege Lars Klingbeil einen Energiepreis-Gipfel mit den mächtigen Gewerkschafts- und Wirtschaftsbossen. Und Reiche sprengt die Versammlung quasi mit einer von der Seitenlinie abgefeuerten Fundamentalkritik an Klingbeil und seinen Entlastungsideen."
    Die VOLKSSTIMME aus Magdeburg meint:
    "Kanzler Friedrich Merz hat Reiche zurecht dafür gerüffelt, dass sie den Bogen überspannt hat."
    Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG ist anderer Ansicht:
    "Scharf, aber mit guten Argumenten kontert Reiche die Rufe der SPD nach marktwidrigen Preisdeckeln und Übergewinnsteuer, den schlechtesten Lösungen in einer Knappheitskrise."
    Das Magazin FOCUS sieht es ähnlich:
    "Die Frau hat eben echt was im Kreuz, und sie tickt ordoliberal – so marktwirtschaftlich, wie Merz selbst eigentlich auch mal getickt hat. Früh hat Reiche verstanden, dass ein überbürokratisierter und eher wirkungsloser Klimaschutz nicht der schweren Krise gerecht wird, die wir gerade haben. Sie sagt das dann auch. Die gereizten Reaktionen des Koalitionspartners zeigen nur: Sie hat ins Schwarze getroffen."
    Die AUGSBURGER ALLGEMEINE bilanziert:
    "Angetreten, alles besser zu machen als die Ampel, verfallen Union und SPD immer häufiger in die Verhaltensmuster ihrer Vorgänger."
    Die FRANKFURTER RUNDSCHAU findet, der 'Wir'-Gedanke im Land sei den vergangenen Jahren abhandengekommen:
    "Im Wahlvolk setzte sich vielfach der Eindruck fest, dass 'die da oben' ohnehin tun, was sie wollen. Wenn Minister wie Klingbeil und Reiche um der eigenen Profilierung willen zu Soloveranstaltungen einladen und nicht um Lösungen ringen, verstärkt sich dieses Gefühl nicht zu Unrecht. Das ist verantwortungslos in einer Zeit, in der demokratische Parteien nach eigener Einschätzung die 'letzte Patrone' im Lauf haben, um die Demokratie gegen extreme Kräfte zu verteidigen."
    Die WESTDEUTSCHE ALLGEMEINE ZEITUNG aus Essen spricht von "peinlichen Sandkastenspielen":
    "Angesichts der Tatsache, dass in Europa und im Nahen Osten Kriege toben und zeitgleich ein irrlichternder US-Präsident die NATO zerschlagen will, erwarten die Menschen zu Recht eine Bundesregierung, die professionell und verantwortungsbewusst arbeitet. Und das bedeutet, sich angesichts der Krise zusammenzusetzen, Lösungen zu finden und diese gemeinsam umzusetzen."