
"So wie sich die Koalition zuletzt präsentierte, kann es nicht weitergehen", mahnt die MÄRKISCHE ODERZEITUNG aus Frankfurt (Oder):
"Union und SPD haben sich viel vorgenommen. Sie wollen anpacken, was sich bei Steuern, Gesundheit und Rente jahrzehntelang niemand getraut hat: echte Reformen. Die Aufgaben sind groß, das Zeitfenster im Sommer kurz. Damit dies ein Erfolg wird, brauchen die Koalitionäre Geschlossenheit und Professionalität."
Die NÜRNBERGER NACHRICHTEN erinnern:
"Wie es ausgeht, wenn man sich nur zofft, das hat von 2021 bis 2024 recht eindrücklich die Ampel gezeigt. Es geht gar nicht darum, zur Beruhigung der Öffentlichkeit irgendwelche Pseudo-Kompromisse zu verkünden. Aber es wäre empfehlenswert, sich bis zum Vorliegen eines gemeinsamen Konzepts verbal etwas zurückzuhalten."
Der KÖLNER STADT-ANZEIGER meint:
"Bundeskanzler Merz und seine Regierung tragen keine Schuld an einem irrlichternden US-Präsidenten, der die Welt mal hier, mal da anzündet. Es ist also zu kurz gesprungen, die schwierige Lage alleine der Bundesregierung anzulasten. Aber die muss endlich agieren, um Probleme zumindest abzufedern. Sie darf dabei nicht auf Wunder warten. In einer verfahrenen Lage kommt man vorwärts mit Vernunft und Pragmatismus."
Und damit zu den gescheiterten Friedensverhandlungen im Iran-Krieg. "Hat jemand ernsthaft etwas anderes erwartet?", fragt die FRANKFURTER RUNDSCHAU:
"Das Mullahregime braucht das antisemitische Feindbild einer jüdisch-amerikanischen Verschwörung gegen die Rechtgläubigen, um seine Diktatur zu erhalten. Netanjahu braucht fortwährenden Krieg, um nicht für seine Gesetzesverstöße vor Gericht gezerrt zu werden. Und Trump braucht den Krieg, weil er kein Maß kennt in seiner wahnwitzigen Selbstsucht, in seiner Raffgier und seinem grenzenlosen Hass auf die Welt."
"Mit der militärischen Blockade dürfte der Schiffsverkehr in der für die globale Wirtschaft wichtigen Straße von Hormus vorerst endgültig zum Erliegen kommen",
analysiert die BADISCHE ZEITUNG aus Freiburg:
"Auch an deutschen Tankstellen dürfte man das Scheitern der Gespräche bald im Geldbeutel spüren. Schwerer freilich wiegt, dass die Delegationen aus Teheran und Washington nach dem Abbruch der Verhandlungen weiterhin auf Maximalforderungen bestehen. Denn damit droht eine Fortsetzung des Krieges. Dass man zuvor 21 Stunden lang miteinander gesprochen hatte, zum ersten Mal auf so hoher diplomatischer Ebene seit der iranischen Revolution 1979 überhaupt, lässt zwar darauf schließen, dass eben doch mögliche Kompromisse ausgelotet wurden. Öffentlich aber ziehen beide Seiten weiter rote Linien."
