
"Viktor Orbán ist nach 16 Jahren autoritärer Herrschaft abgewählt. Besiegt vom eigenen Volk, das mit einer Rekord-Wahlbeteiligung von 78 Prozent gezeigt hat, wie satt es das korrupte Regime des langjährigen Regierungschefs hat."
Die VOLKSSTIMME aus Magdeburg findet:
"Der Durchmarsch der Tisza-Partei von Péter Magyar zur Zweidrittelmehrheit im Parlament ist eine überraschende Vollbremsung Ungarns auf dem Weg hin zu einer ausgewachsenen Diktatur."
Die AUGSBURGER ALLGEMEINE schlussfolgert:
"Die ungarische Wahl zeigt vor allem: Freiheitsliebe macht ein System widerständig. Und für Wähler ist es auf Dauer eben doch reizvoller, ein voll akzeptiertes und funktionierendes Mitglied des wirtschaftlich so attraktiven Friedensprojektes Europäische Union zu sein – deutlich attraktiver, als an der Seite des Kreml zu stehen."
Die SÜDWEST PRESSE aus Ulm beobachtet:
"Linke und grüne Europapolitiker feiern Magyars Wahltriumph als Sieg gegen den Rechtspopulismus. Doch sollten sich die Vertreter der 'liberalen Demokratien' nicht zu früh freuen. Denn als einer von ihnen hat sich Magyar bislang nicht hervorgetan. Ungarn bleibt stramm konservativ."
Die SCHWÄBISCHE ZEITUNG aus Ravensburg hofft auf eine bessere Zusammenarbeit in der Europäischen Union:
"Mit dem Ende der Blockade durch Viktor Orbán kann die EU wieder handeln. Doch Brüssel muss das Einstimmigkeitsprinzip überdenken – zu oft lähmen Einzelstaaten zentrale Entscheidungen. Ein Europa der zwei Geschwindigkeiten könnte die Lösung sein."
Nun ins Inland: Die Zeitung RHEINPFALZ aus Ludwigshafen kommentiert das geplante Entlastungspaket der Koalition für Bürger und Unternehmen:
"Eine pauschale Senkung der Spritpreise klingt super. Sie könnte aber auch ein sehr teurer Tropfen auf einen sehr heißen Stein sein. Die Wahrheit ist: Diesel und Benzin werden auf absehbare Zeit nicht billiger."
Der WESER-KURIER aus Bremen sieht die für Mineralölkonzerne geplante Verschärfung des Kartellrechts skeptisch:
"Angesichts der Dreistigkeit, mit der die fünf marktbeherrschenden Unternehmen in den vergangenen Wochen die Preise in Deutschland unverhältnismäßig stark erhöht haben, darf man stark bezweifeln, dass die Pläne der Bundesregierung aufgehen."
Die GLOCKE aus Oelde nennt den Tankrabatt einen Offenbarungseid:
"Die Koalition holt eine miserable Lösung der fast vergessenen Ampel wieder aus der Mottenkiste. 2022 sollten mit einem Inflationsausgleich die Härten der Corona-Pandemie abgemildert werden. Auch heute gilt: Wo sollen die Betriebe die Entlastungsprämie angesichts einer darniederliegenden Wirtschaft hernehmen?"
