
"Warum ruft keiner hurra? Weil der Rückgang gering ist, weil die Cannabis-Legalisierung herausgerechnet werden muss und die sinkenden Migrationszahlen ebenfalls eine statistische Rolle spielen. Die Bundesrepublik erlebte nach der Coronapandemie einen Anstieg bei den Verbrechen und vor allem bei der Gewalt. Auch wenn die Zahlen wieder kleiner werden, das Vor-Corona-Niveau ist noch nicht wieder erreicht."
Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG fokussiert sich auf die Vorstellung der Statistik durch Bundesinnenminister Dobrindt, und wirft ihm "politische Instrumentalisierung" vor:
"Was nicht ins Bild passt, blendet der CSU-Politiker weitgehend aus. Etwa die Schwächen der Polizeistatistik, die nur einen Ausschnitt der Wirklichkeit wiedergibt und die Migranten von jeher schlechter dastehen lässt, etwa weil sie viel häufiger angezeigt werden als Deutsche. Oder die Entwicklung, dass auch die Zahl ausländischer Tatverdächtiger fast durchweg zurückgegangen ist. Das gehört zum Bild dazu."
Themenwechsel. Am Sonntagabend hat die Mehrheit der betroffenen Bevölkerung für eine Olympia-Bewerbung der Region KölnRheinRuhr abgestimmt. Das REDAKTIONSNETZWERK DEUTSCHLAND hebt hervor:
"Die Perspektiven dieses olympischen Meinungsbildes gehen dabei über die schnöde Austragung eines sportlichen Megaereignisses hinaus. Hier kann im besten Fall positiver Schwung in die gesamte Gesellschaft gebracht werden: Infrastruktur müsste erneuert oder aufgebaut werden, der Sport erhielte die finanzielle und strukturelle Aufmerksamkeit, die er verdient."
Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG legt das Augenmerk auf die Zustimmungszahlen von rund zwei Dritteln:
"Wer hätte das gedacht in Zeiten, da nur selten in Deutschland von Aufbruchstimmung, Zuversicht und hoffnungsfrohem Enthusiasmus die Rede ist. Ein Wermutstropfen dieser Bewerbungen ist die Lage der Städte, die sich da ins Zeug legen: Sie sind allesamt hoch verschuldet. In NRW erlaubt die Kasse nur trocken Brot."
Zuletzt noch eine Stimme zur Debatte um drohenden Kerosinmangel durch den Irankrieg. Die RHEINPFALZ aus Ludwigshafen kommentiert dazu:
"Es ist richtig, dass Ökonomen auf ein mögliches Kerosinproblem im Sommer hinweisen – denn Europa importiert nun mal mehr als 50 Prozent seines Flugbenzins aus dem Nahen Osten. Aber gerade weil die Stimmung im Land seit Monaten angespannt ist, müssen die verantwortlichen Politiker jetzt ruhig handeln. Bei der Kerosinproblematik muss die Bundesregierung unbedingt aus dem Versagen der Spritpreis-Debatte lernen."
