21. April 2026
Blick in die Zeitungen von morgen

Kommentiert wird unter anderem die Aussage von Kanzler Merz zur gesetzlichen Rentenversicherung. Zu seiner Forderung, dass die nur noch eine Basisversicherung sein soll, schreibt der CICERO:

    Berlin: Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) spricht beim Jahresempfang 75 Jahre Bundesverband deutscher Banken e.V. und gestikuliert.
    Beim Jahresempfang des Bundesverbands deutscher Banken äußerte sich Merz kritisch zur gesetzlichen Rentenversicherung. (Kay Nietfeld / dpa)
    "Es ist nicht zu verstehen, warum Merz jetzt mit einem unausgegorenen Vorschlag vorprescht, obwohl die von der Regierung berufene Expertenkommission im Juni ihre Vorschläge vorlegt. Was immer Merz genau vorschweben mag: Es sieht ganz so aus, als hätte der Kanzler mal wieder aus der Hüfte geschossen, ohne einen konkreten Plan zu haben. Ein echter Merz eben."
    Die TAZ geht bei dem Thema näher auf den Regierungsstil des Kanzlers ein:
    "Die Methode Merz ist: knallige Ansagen in Hauptsätzen, denen später oft recht viele Relativsätze folgen, die den entstandenen Schaden einhegen sollen. Merz weiß wahrscheinlich, dass die Bundesrepublik keine Präsidialdemokratie ist, in der der Kanzler mit Executive Orders regieren kann. Er redet aber so. Wenn das so weitergeht, könnte sogar etwas Unvorstellbares passieren: Die Geduld der SPD könnte an ihr Ende kommen."
    Die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG pflichtet hingegen dem Kanzler bei:
    "Merz spricht eine Wahrheit aus, die bitter, aber keine Überraschung für diejenigen ist, die einen realistischen Blick auf Ökonomie und Demografie haben. Leider sind das viel zu wenige."
    Themenwechsel. Kommentiert wird auch ein Vorschlag des neuen Reservistenverbandschefs Ernst. Er will die Altersgrenze der Reservisten auf 70 erhöhen. Der REUTLINGER GENERAL-ANZEIGER ist für den Vorschlag und fragt:
    "Warum sollen Menschen nicht bis zum Alter von 70 Jahren bei der Bundeswehr tätig sein? Sie sollen nicht durch den Schlamm robben, einen Panzer lenken oder als Gebirgsjäger fungieren. Aber viele verfügen über wertvolle Erfahrung, Führungsstärke und Fachwissen, die gerade in komplexen Lagen hilfreich sein können."
    Auch die F.A.Z. findet es gut, wenn Reservisten bis 70 dienen. Sie ist der Meinung:
    "Tauglich für den Wehrdienst ist man auch dann noch, wenn man die gesetzliche Altersgrenze schon überschritten hat. Die Äußerung des Verbandspräsidenten kann der Regierungskoalition noch aus einem ganz anderen Grund den Marsch blasen. Wenn Reservisten bis 70 dienen können, dann können sie auch bis 70 ihren zivilen Beruf ausüben. Das Renteneintrittsalter nach oben zu setzen, wäre die Konsequenz."
    Die AUGSBURGER ALLGEMEINE blickt kritischer auf das Thema:
    "Ob sich bei allem Respekt vor Lebenserfahrung und Lebensleistung künftig noch 70-Jährige in der Reserve bereithalten sollen, möchte man der Landesverteidigung nicht wünschen. Als symbolische Geste zur Motivation der Jungen mag der Vorschlag des Reservistenverbandes, die Altersgrenze um fünf Jahre anzuheben, taugen – zu viel mehr aber nicht."