
"Pahlavi ist zwar das prominenteste Gesicht der iranischen Exil-Opposition, aber mitnichten der Vertreter sämtlicher oppositioneller Iraner. Es gibt viele Iraner, die ihn aus guten Gründen als mögliche künftige Führungsfigur nach einem Sturz des Mullah-Regimes strikt ablehnen. Als Sohn des letzten iranischen Schahs hat er sich nicht von den Verbrechen, die während der autoritären Herrschaft seines Vaters verübt worden sind, distanziert."
DIe VOLKSSTIMME aus Magdeburg meint:
"Pahlevi trägt dick auf und redet von einem 'Berliner-Mauer-Moment' im Iran. Die unbekannte Größe ist die schweigende Mehrheit seiner Landsleute. Mit einer Wiederauflage der Schah-Monarchie könnten sie aber vom Regen in die Traufe geraten."
Die NÜRNBERGER NACHRICHTEN ergänzen:
"Als im Iran einige die US-Intervention begrüßten, unterlagen sie einem tödlichen Missverständnis in Bezug auf die Definition des Begriffs Regimewechsel. Ungeachtet seiner Worte von der großen Gelegenheit zum demokratischen Aufbruch hat auch der Schah-Sohn nur eine diffuse Perspektive für Iran hinterlassen."
Anders sieht es der CICERO:
"Insbesondere linke und postkolonial geprägte Iraner in der Diaspora sehen in Reza Pahlavi ein Instrument amerikanischer und israelischer Interessen – längst ist darüber ein Streit um die Deutungshoheit entbrannt. Doch eines können selbst linke Iraner nicht leugnen: Für Millionen Iraner im In- und Ausland ist der Schah-Sohn zur Hoffnungsfigur einer demokratischen Zukunft geworden."
"Für Außenminister Wadephul ist er lediglich eine 'Privatperson', die für politische Gespräche nach Berlin gekommen ist", heißt es in den Zeitungen der MEDIENGRUPPE BAYERN. "Doch bei aller berechtigter Zurückhaltung sollte man dennoch darauf bedacht sein, die Kanäle offen zu halten. Wie Irans Zukunft aussieht, ist ungewiss. Pahlavi bleibt vielleicht nicht immer eine Privatperson."
Viele Zeitungen beschäftigen sich weiter mit der Debatte um die Renten-Äußerung von Bundeskanzler Merz. Der TAGESSPIEGEL meint:
"Die von, ja, Merz, ausgelöste Debatte ist deshalb so ärgerlich, weil der Kanzler mit seinen verbalen Ausfällen seiner eigenen Regierung das Regieren erschwert. Leider kombiniert er diese Masche noch mit der Neigung, ständig neue Maximalforderungen zu formulieren. So kann man eigentlich nur scheitern."
Die MÄRKISCHE ODERZEITUNG aus Frankfurt/Oder ergänzt:
"Der Kanzler hat im Grunde nichts anderes vorgetragen als die seit einem Vierteljahrhundert gültige Gesetzeslage. Doch dass es offenkundig nicht einmal mehr möglich ist, auf etablierte Politik zu verweisen, ohne einen Sturm der Empörung auszulösen, lässt einen an der Reformfähigkeit des Landes zweifeln."
