24. April 2026
Blick in die Zeitungen von morgen

Zur Entlastung von gestiegenen Kraftstoffpreisen haben Bundestag und Bundesrat eine befristete Senkung der Mineralölsteuer beschlossen. Die SÜDWEST PRESSE aus Ulm schreibt zum sogenannten Tank-Rabatt:

    Eine Zapfpistole für Benzin steckt in einer Tankstelle im Tankstutzen eines Autos.
    Ab dem 1. Mai soll das Tanken billiger werden - dann sinkt die Steuer auf Benzin und Diesel. (picture alliance / dpa / dpa-Zentralbild / Jens Büttner)
    "Die Maßnahme wird Menschen tatsächlich helfen. Wer viele Kilometer pendeln muss, hat mehr Geld in der Tasche. Auch zahlreiche Unternehmen werden profitieren. Doch Kanzler und Vizekanzler haben selbst betont: Die Zeiten, in denen jede Krise mit viel Geld abgefedert wird, sind vorbei."
    Die LANDSHUTER ZEITUNG kritisiert:
    "Ob höhere Pendlerpauschale, Spritpreisbremse oder Direktzahlungen – der Ruf nach dem Staat als Retter in der Not ist bei uns im Alltag zur Dauerschleife mutiert. Doch so verständlich der Ärger über das teure Tanken ist, so heikel ist die Erwartungshaltung, die dahintersteckt. Wir müssen aufhören zu glauben, dass der Staat jedes Risiko im Leben per Überweisung ausgleichen kann."
    Die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG wirft ein:
    "Man sollte es mit der Kritik am Tankrabatt nicht übertreiben. Weil er eh nur zwei Monate existieren soll. Hier aber liegt die eigentliche Dramatik: Wenn die Straße von Hormus nicht in Kürze wieder geöffnet wird, drohen richtig harte Verwerfungen."
    Der MÜNCHNER MERKUR kommentiert die steuerfreie 1.000-Euro-Prämie:
    "Das Volk und die Betriebe reagieren nicht so beglückt wie erhofft. Die Unternehmer sind sauer, weil ihnen das Geld fehlt, um die Prämie an ihre Mitarbeiter auszuzahlen, die Politik aber riesige Erwartungen geschürt hat. Sogar in der Union rücken sie jetzt schon ab von ihrer Idee."
    Nun zum 40. Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl. Die LAUSITZER RUNDSCHAU aus Cottbus erinnert:
    "Die friedliche Nutzung der Atomkraft galt bis 1986 als sicher. Doch nur 32 Jahre nachdem das erste AKW der Welt ans Netz ging, geschah in Tschernobyl das, was angeblich nie hätte geschehen können. Schnell beruhigte man sich damit, dass es sich eben um russische Technik gehandelt habe. 2011 folgte das Fukushima-Desaster und die Rücknahme der Rücknahme des Atomausstiegs in Deutschland durch eine schwarz-gelbe Bundesregierung."
    Für die FRANKFURTER RUNDSCHAU markiert das Datum einen Einschnitt,
    "....von dem sich die Atomindustrie nie wieder erholt hat. Seither ist die Bilanz der Atomindustrie im Westen ernüchternd: Nur noch wenige AKW wurden neu gebaut. Dennoch wird wieder verstärkt eine Renaissance der Atomkraft proklamiert, vorgeblich aus Klima-, neuerdings vermehrt auch aus Energiesicherheitsgründen."
    Die RHEIN-NECKAR-ZEITUNG sieht die weitere Entwicklung der Technologie skeptisch:
    "Ausflüchte wie, 'kleine Atomkraftwerke' seien die Lösung oder die Utopie von Fusionsreaktoren – all das führt in die Irre und lenkt nur ab von der Tatsache, dass der atomare Kreislauf eine Projektion bleibt."