27. April 2026
Blick in die Zeitungen von morgen

Die Zeitungskommentare thematisieren den Zustand der schwarz-roten Koalition sowie die vom Friedensforschungsinstitut Sipri veröffentlichten weltweiten Rüstungsausgaben von knapp 2,5 Billionen Euro.

    Finanzminister Lars Klingbeil spricht mit Bundeskanzler Friedrich Merz am Kabinettstisch
    Die schwarz-rote Koalition steht vor entscheidenden Wochen. (picture alliance / ASSOCIATED PRESS / Markus Schreiber)
    Die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG schreibt dazu:
    "Man stelle sich vor, diese Summe flösse in Bildung, soziale Sicherheit und Klimaschutz. Stattdessen aber fließen Abermilliarden in Waffen und Munition. Muss das sein? Ja, leider. Wer angesichts der russischen Aggression oder der Konflikte im Nahen Osten reflexhaft Abrüstung fordert, verkennt die Realität. Sicherheit existiert nicht im luftleeren Raum."
    Die TAGESZEITUNG - TAZ - meint hingegen:
    "Die Regierungen dieser Welt scheinen keinen alternativen Geschäftsplan fürihre Bevölkerungen zu haben, sondern rühmen sich mit ihrem Investment inVerteidigung. Vielleicht schon mal über Resilienzfaktoren in Sicherheitsfragen anderer Art nachgedacht? Zum Beispiel den Einsatz für internationale Abkommen zur Abrüstung, für mehr Diplomatie oder Bündnisse? Ja, das scheint angesichts der Weltlage eine naive Forderung zu sein, die sich aber langfristig auszahlen würde."
    Der REUTLINGER GENERAL-ANZEIGER mahnt, darauf zu achten, wohin die hohen Summen fließen:
    "Die Rüstungsindustrie ist eine Branche, bei der der Staat der Hauptkunde ist. Das macht die Branche zum Selbstbedienungsladen für Lobbyisten. Deshalb sollte genau hingeschaut werden, ob das Geld sinnvoll und effizient investiert wird, um die Schlagkraft der Truppe zu erhöhen und nicht nur die Taschen der Kriegsgewinnler zu füllen."
    Nun ins Inland. Die BADISCHE ZEITUNG aus Freiburg fordert mehr Einigkeit in der Bundesregierung, um die geplanten Reformen auf den Weg zu bringen:
    "Das schwarz-rote Bündnis kommt jetzt in seine bisher schwierigste Phase. Warum erkennen Union und SPD nicht, dass beide profitieren würden, wenn sie das Land voranbringen, auch mit Einschnitten? Die Bürger wissen um den Reformbedarf. Eine Regierung darf keine Angst machen. Sie muss Mut machen."
    Die SÜDWEST PRESSE aus Ulm beschreibt den Zustand der schwarz-roten Koalition so:
    "Union und SPD lassen keine Gelegenheit aus, sich auf Empörungsbäume jagen zu lassen, von denen sie dann mühsam wieder runtersteigen müssen. Die Bereitschaft von Schwarzen und Roten, sich nach Kräften aufzuregen, ist ungebrochen."
    Die VOLKSSTIMME aus Magdeburg kommentiert die Klausurtagung der Spitze der Unionsfraktion:
    "Die Führungsschicht von CDU und CSU muss sich –  wenn sie wieder auf Kurs kommen will – dringend um das kümmern, was ihr aus der Partei mitgegeben wird. Oder von den CDU-Ministerpräsidenten aus Ostdeutschland, wo sich wirtschaftlicher Abstieg und gesellschaftliche Verwerfungen bedenklich bündeln."