28. April 2026
Blick in die Zeitungen von morgen

Die Zeitungen kommentieren den erneuten Rückgang der Geburtenrate in Deutschland, vor allem aber die Arbeit und den Zustand der Bundesregierung.

Schlafendes Baby im Arm seiner Mutter
Die Geburtenrate in Deutschland sinkt. (picture alliance / Westend61 / Natalia Deriabina)
Für die RHEINISCHE POST aus Düsseldorf sind die Einigung auf die Eckpunkte des Haushalts 2027 und die geplante Gesundheitsreform "ein Lebenszeichen der schwarz-roten Koalition":
"Da geht noch was. Gleichwohl: Dass die Beschlüsse erst auf den letzten Metern zustande kamen, das fragwürdige Hin und Her zwischen den beteiligten Ressorts sowie zwischen den Spitzen der Koalitionsparteien, sagt einiges über den aktuellen Zustand des Bündnisses. Für Schwarz-Rot gibt es jetzt aber eine Chance, Vertrauen zurückzugewinnen und einen möglichen Bruch zu verhindern."
Der TAGESSPIEGEL aus Berlin fordert von den Koalitionären, mehr Einigkeit zu demonstrieren:
"Eigentlich müsste die Koalition ihren Kompromiss zur Krankenkassenreform feiern – aber Vertreter beider Seiten nutzen die Bühne lieber, um den jeweiligen Partner anzugreifen. Man stelle sich vor, die Koalition kriegt zumindest weitgehend die Kurve und beim Wähler kommt dennoch nur Zank an. Das Ergebnis sind aus Regierungssicht katastrophale Umfragewerte. Im September stehen Landtagswahlen an, bei denen viele in der AfD gerade alles daran setzen, den entscheidenden Schritt hin zur Regierungspartei zu schaffen. Für die Rechten ist jede Spitze, jeder Vorwurf, jeder zur Schau getragene Streit zwischen SPD und Union Wahlkampfhilfe."
Die AUGSBURGER ALLGEMEINE schreibt dazu:
"Nach Monaten des Missvergnügens hat die Koalition offenbar wieder zueinandergefunden, wenn auch eher pflichtschuldig. Aus der ersten Etappe des Reformjahres 2026 geht allerdings nicht der Kanzler als Sieger hervor. Der SPD ist es gelungen, die Gesundheitsreform zu entschärfen und unter anderem die Einschnitte beim Krankengeld zu stoppen. Gleichzeitig rückt die Union immer weiter von ihrem Versprechen ab, keine Steuern zu erhöhen."
Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG kommentiert die historisch niedrige Geburtenrate:
"Wer immer noch nicht verstanden hat, warum das Rentensystem reformiert werden muss, dem hilft das Statistische Bundesamt auf die Sprünge: Die Zahl der Geburten war 2025 so niedrig wie nie seit 1946. Die Politik müsste heute nicht über die Rente mit siebzig streiten, wenn in den vergangenen vierzig Jahren hierzulande deutlich mehr Kinder geboren worden wären. Dennoch machen die Parteien im Bundestag außer der AfD oft immer noch einen großen Bogen um dieses Thema. Das ist fahrlässig."
Ähnlich sieht das DIE GLOCKE aus Oelde und fordert:
"Die Politik muss aufwachen und Anreize schaffen, dass wieder mehr junge Menschen den Mut haben, Kinder in die Welt zu setzen."