03. Mai 2026
Blick in die Zeitungen von morgen

In den Zeitungen geht es morgen um den möglichen Teilabzug von US-Soldaten aus Deutschland. Daneben spielt der Zustand der Koalition aus Union und SPD eine Rolle.

    Blick auf den US-Militärflughafen Ramstein in Rheinland-Pfalz: Gerade hebt eine Militärmaschine ab.
    Der mögliche Abzug von US-Soldaten aus Deutschland spielt eine Rolle in den Zeitungskommentaren von Montag. (imago / Werner Schmitt / wolfstone-photo)
    Zunächst ein kurzer Blick in die AUGSBURGER ALLGEMEINE.
    "Mit der Ankündigung, mindestens 5.000 Soldaten abzuziehen, erinnert Donald Trump die Bundesregierung brachial daran, wie sehr die Sicherheit Europas noch immer an seiner persönlichen Laune hängt. Sicherheitspolitisch gravierender ist, dass die USA auch die Stationierung von Mittelstreckenraketen abgesagt haben."
    Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG ruft in Erinnerung, wie die Idee der Stationierung zustandekam.
    "Das war explizit als eine Botschaft transatlantischer Stärke in Richtung Kreml gedacht, als ein handfestes Signal der Abschreckung. Und genauso hatte ein erboster Putin den Beschluss auch verstanden: als Warnung. Dass Trump nun die geplante Verlegung ausgerechnet dieser Einheit stoppen lässt, könnte man – wäre man Pessimist – fast schon als Einladung an den Kreml interpretieren."
    Die MÄRKISCHE ODERZEITUNG aus Frankfurt (Oder) schaut auf das Verhältnis des US-Präsidenten zum Bundeskanzler.
    "Donald Trump mochte Friedrich Merz, weil der so gut Englisch sprach und beim Besuch im Weißen Haus auch noch schöne Gesichtsfarbe hatte. Jetzt hat Merz den israelisch-amerikanischen Krieg gegen den Iran kritisiert, weshalb der US-Präsident ihn nicht mehr mag. Trump will deshalb Truppen aus Deutschland abziehen, Mittelstrecken-Raketen nicht stationieren und Zölle auf deutsche Autos erhöhen. So funktioniert Weltpolitik in diesen Tagen. Es ist ein Desaster."
    "Friedrich Merz hätte ahnen können, was da kommt",
    findet die BADISCHE ZEITUNG aus Freiburg.
    "Als der Kanzler öffentlich kundtat, der US-Präsident agiere im Iran-Krieg strategielos und lasse sich von Teheran demütigen, war klar, dass das nicht folgenlos bleiben würde."
    Und nun zur Diskussion um das Auftreten der Koalition von Union und SPD. Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG ist sich sicher:
    "Die Kritik ist berechtigt - an Merz, an Klingbeil, an den SPD-Funktionären, am Kanzleramt, an der Koalition insgesamt. Wo bleiben Visionen, Reformen, Würfe und Entwürfe? Wann werden alte Versprechen eingelöst?"
    Aus Sicht des WESER-KURIERS kann die Koalition...
    "durchaus noch zu vernünftigen Reformschritten kommen, wenn nicht gleich an jeder Ecke das eigene Parteiprogramm wie eine Monstranz vor sich hergetragen wird. Deshalb müssen sich SPD und Union im zweiten Regierungsjahr mächtig am Riemen reißen. Zu tun gibt es genug: Es stehen in den kommenden Monaten noch eine Renten-, Pflege- und eine Einkommensteuerreform an."