
Für die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG fällt die Bilanz...
"... mager aus. Wenn die ungeschriebene Regel stimmt, dass große Reformen im ersten Regierungsjahr kommen müssen, dann hätte sie ihre Chance bereits verspielt. Eigentlich müsste ein Blick in die Welt genügen, damit diese Koalition die Reihen schließt und endlich beherzt loslegt."
Die FRANKFURTER RUNDSCHAU findet:
"Es ist mehr als bedauerlich, dass die schwarz-rote Koalition in ihrem ersten Jahr nur mangelhafte Antworten auf die immensen Herausforderungen gefunden hat. Dabei war von Anfang an klar, dass sie nur erfolgreich sein kann, wenn beide Parteien den Erfolg der jeweils anderen berücksichtigen."
Der KÖLNER STADT-ANZEIGER verweist auf den Bundeskanzler:
"Friedrich Merz startete ins Amt unter schwierigsten Umständen – das ist unbestreitbar. Das liegt nicht zuletzt am Erbe, das ihm Merkel und Scholz hinterlassen haben, ebenso an den internationalen Krisen, die Putin und Trump auslösten. Doch das größte Problem dieser Regierung ist nicht ihre Ausgangslage. Es ist ihr Umgang damit."
Die FREIE PRESSE aus Chemnitz analysiert:
"Merz regiert gegen eine sich fortlaufend verschlimmernde Weltlage an, gegen einen Bündnispartner, der uns mehr und mehr schadet. Zudem steckt er in einer strategischen Falle fest: eingeklemmt zwischen der Brandmauer und einer SPD, die in ihrem politischen Überlebenskampf das rettende Ufer immer noch auf der falschen Seite sucht."
"Nach einem Jahr voller offener Streitigkeiten wünscht man sich fast die Ampel-Koalition zurück", schreibt ND DER TAG:
"Wie bei jeder toxischen Beziehung haben sich bestimmte Verhaltensweisen auch in dieser Zweckehe festgefahren. Beide Parteien wollen ihre Politik durchsetzen und müssen dazu Kompromisse finden, versuchen jedoch einen möglichst guten für sich selbst auszuhandeln."
Thema im MÜNCHNER MERKUR ist die Wiederwahl des Vorsitzenden der Bundestagsfraktion von CDU und CSU, Jens Spahn:
"Dass die Fraktion ihren Chef schont, liegt auch daran, dass die 'Schuldfrage' in der Union fürs Erste geklärt ist. Merz, nicht Spahn machen die Unions-Abgeordneten für ihre schwierige Lage verantwortlich."
Der TAGESSPIEGEL aus Berlin ist überzeugt:
"Spahn kann jetzt selbstbewusster denn je agieren. Hinzu kommt: Er ist regierungserfahrener, geschickter und kommunikativ disziplinierter als Merz. Wie die beiden Männer in den kommenden Jahren miteinander umgehen werden, ist dabei vollkommen offen."
