08. Mai 2026
Blick in die Zeitungen von morgen

Das dominierende Thema ist die Entscheidung des Bundesrates zu der von der Regierung geplanten Entlastungsprämie für Arbeitnehmer.

    Sitzung des Bundesrates in Berlin
    Der Bundesrat hat die von der Regierung beschlossene Entlastungsprämie gestoppt - ein Thema unserer Presseschau. (picture alliance / dts-Agentur )
    Der TAGESSPIEGEL aus Berlin begrüßt, dass die Länderkammer das Vorhaben stoppte:
    "Diese Prämie war von Anfang an weniger wirtschaftspolitisches Instrument als politischer Reflex. Der Staat wollte Handlungsfähigkeit demonstrieren, ohne selbst zahlen zu müssen. Also erfand die Koalition eine Konstruktion, bei der Unternehmen die Prämie auszahlen dürfen, der Fiskus dabei auf Steuern verzichtet und Länder und Kommunen am Ende einen erheblichen Teil der Rechnung tragen. Ein klassischer Berliner Trick: Man verteilt Wohltaten und schickt die Rechnung an andere",
    moniert der TAGESSPIEGEL.
    Die AUGSBURGER ALLGEMEINE ergänzt:
    "Den Konstruktionsfehler der steuerfreien 1000-Euro-Prämie hat niemand anschaulicher beschrieben als der Liberale Wolfgang Kubicki: 'Das ist, als würde ich Ihnen einen BMW versprechen und sagen: Gehen Sie zum Nachbarn, der bezahlt die Rechnung.'"
    Für das STRAUBINGER TAGBLATT ist...
    "...das Scheitern der Koalition in der Länderkammer ein Warnschuss, den diese Bundesregierung braucht, um endlich aufzuwachen. Handwerklich und inhaltlich so schlecht weiterzuarbeiten, kann sich die Koalition nicht mehr leisten."
    Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG klagt:
    "Der Gedanke, dass 'die da oben' gar nichts mehr hinkriegen, ist ein sehr gefährlicher. Die Einzige, die davon profitiert, dass er sich immer tiefer in die Gesellschaft frisst, ist die AfD."
    Die THÜRINGER ALLGEMEINE aus Erfurt rät der Regierung...
    "...auf die verunglückte Prämie nun endgültig zu verzichten und dem Vermittlungsausschuss weitere Arbeit zu ersparen."
    Ein weiteres Thema ist der Ausgang der Regional- und Kommunalwahlen in Großbritannien. Die FRANKFURTER RUNDSCHAU kommentiert:
    "Die ersten Ergebnisse deuten auf die befürchtete historische Niederlage für Keir Starmers Labour hin, die den Premierminister das Amt kosten könnte. Selbst in einstigen Labour-Hochburgen haben die von seiner Politik enttäuschten Wählerinnen und Wähler Nigel Farage und dessen 'Reform UK' einen Erdrutschsieg beschert. Dass Farage mitverantwortlich ist für den Brexit und den damit verbundenen wirtschaftlichen Niedergang des Königreichs, spielte offenbar keine Rolle."
    DIE ZEIT konstatiert:
    "Was hier passiert, ist nicht das Abstrafen einer einzelnen Regierung. Es ist eine Revolution mit dem Wahlzettel, und zwar gegen eine als Gesamtheit wahrgenommene Politikerklasse."
    Die LEIPZIGER VOLKSZEITUNG stimmt zu:
    "Die Ergebnisse sind mehr als ein Warnsignal für Labour-Premierminister Starmer. Sie sind eine Abrechnung. Aber wie die Alternative aussehen soll, ist nicht klar."