10. Mai 2026
Blick in die Zeitungen von morgen

Zahlreiche Zeitungen kommentieren den Vorschlag von Russlands Präsident Putin, Altkanzler Schröder als Vermittler im Ukraine-Krieg einzusetzen. Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG hält Schröder für ungeeignet:

    Wladimir Putin und Gerhard Schröder stehen zwischen mehreren Menschen und umarmen sich zur Begrüßung.
    14. Juni 2018: Russlands Präsident Putin umarmt Ex-Bundeskanzler Schröder (imago / ITAR-TASS / Alexei Druzhinin)
    "Der frühere Bundeskanzler stand lange im Sold Russlands. Er wäre also weder zwischen Kiew und Moskau ein neutraler Makler noch zwischen Europa und Moskau. In der Ukraine wird ihm niemand Vertrauen schenken, auch in Europa sollte es keiner tun. Schröder ist Putins Mann; dass er sich nach dem Ausscheiden aus dem Amt für (großes) Geld aus Russland entschieden hat, disqualifiziert ihn heute als Diplomaten."
    Die STUTTGARTER ZEITUNG stellt fest:
    "Wenn sich Putin nun Altkanzler Gerhard Schröder als Vermittler wünscht, dann ist das eine überdurchschnittlich schlechte Idee. Schröder spricht für niemanden, außer für Schröder. Er steht nicht für die EU und er hat kein Mandat für Deutschland. An Selbstbewusstsein fehlt es dem Ex-Kanzler zwar nicht, das diplomatische Geschick ist Schröder in den vergangenen Jahren allerdings abhandengekommen."
    Man dürfe nichts unversucht lassen, den Krieg in Europa zu beenden, meint hingegen die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG.
    "Schröder hat zwar viele Menschen in Deutschland enttäuscht, als er nach dem Kanzleramt auf die Payroll russischer Gaskonzerne wechselte. Aber er hat auch immer deutlich gesagt, dass er Putins Angriff auf die Ukraine für einen schweren Fehler hält. Er scheint einer der wenigen, vielleicht der einzige westliche Ex-Politiker zu sein, der mit Putin noch ehrlich reden kann. Mag sein, dass ein Erfolg gerade nicht realistisch erscheint. Aber offenhalten sollte man sich die Option Schröder unbedingt. Deutsche Befindlichkeiten gegenüber dem Altkanzler müssen da hintanstehen."
    Themenwechsel. Nach dem Stopp der geplanten Prämie für Bürgerinnen und Bürger durch den Bundesrat hält die Diskussion über finanzielle Entlastungen an. Die SAARBRÜCKER ZEITUNG schreibt:
    "Die Länder haben ihre Muskeln spielen lassen, insbesondere die der Union. Das lässt mit Blick auf eine Steuerreform nichts Gutes erahnen. Manch einer spricht gar von einer Meuterei der eigenen Leute gegen den Kanzler. So weit ist es noch nicht. Aber die Berliner Koalition sollte die Lehre ziehen, dass sie nicht gegen die Länder regieren kann, sondern nur mit ihnen."
    Die VOLKSSTIMME aus Magdeburg beobachtet:
    "Die Reaktion von Kanzler Merz auf das 'Nein' des Bundesrates zur 1.000-Euro-Inflationsprämie wirkt wie das Eingeständnis der Ratlosigkeit. Nachdem Schwarz-Rot damit gescheitert ist, ist klar: Jeder Plan B kostet Milliarden – aber der Bund hat schon jetzt eine Haushaltslücke von 100 Milliarden Euro. Das Problem: Für durchdachte Reformen fehlt die Zeit, für schnelle Entlastungen der Bürger das Geld."