17. Mai 2026
Blick in die Zeitungen von morgen

Kommentiert wird der Druck auf den britischen Premierminister Keir Starmer. Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG erläutert, dass sich seine Konkurrenz zwar erst noch in Stellung bringe:

    Keir Starmer steigt in ein Flugzeug und winkt, als er nach dem Gipfeltreffen der EU im Mai 2026 in Armenien abreist.
    Keir Starmer beim Betreten eines Flugzeugs (AFP / Stefan Rousseau)
    "Ein Gejagter ist Starmer dennoch. Und seine Jäger sind selbst Getriebene. Der schier unaufhaltsame Siegeszug des Rechtspopulismus in Gestalt von Nigel Farage versetzt ganz Labour ebenso in Angst und Schrecken wie deren einstige Hauptkonkurrenz, die Konservativen."
    Auch die TAZ aus Berlin sieht die Partei von Keir Starmer unter Druck:
    "Auf der anderen Seite machten Labour aber die Grünen erfolgreich von links Konkurrenz. Wie überall in Europa, werden inzwischen auch in Großbritannien die etablierten Parteien zwischen den linken und rechten Polen zerrieben."
    Aus Großbritannien nach Deutschland. Die AfD-Vorsitzende Alice Weidel hat Bedingungen für die Tolerierung einer Minderheitsregierung im Bund genannt. Das Berliner Magazin CICERO kommentiert:
    "Die Debatte um eine Minderheitsregierung ist ebenso abwegig wie Weidels Vorschlag. Medial wird bereits vor dem Sommerloch Sommerloch gespielt. Es geht Weidel nicht um einen ernstgemeinten Vorschlag sondern darum, ihren größten politischen Konkurrenten vor sich herzutreiben."
    Die BADISCHE ZEITUNG legt den Fokus auf das Umfragehoch der AfD in Sachsen-Anhalt:
    "Zuletzt signalisierten 41 Prozent der Wahlberechtigten, der als rechtsextrem eingestuften Partei ihre Stimme geben zu wollen. Dabei lässt deren Spitzenkandidat Ulrich Siegmund keinen Zweifel daran, was der AfD vorschwebt: der Umbau des Staates. Es sind Brandstifter."
    Gefahren durch Wahlerfolge der AfD waren auch Thema auf dem Katholikentag in Würzburg, der heute zu Ende ging. Die SCHWÄBISCHE ZEITUNG aus Ravensburg schreibt:
    "Der Katholikentag in Würzburg war ein politisches Signal. Plötzlich merken Politik und Öffentlichkeit wieder, dass Christen gesellschaftlich etwas zu sagen haben – gerade im Kampf gegen Spaltung und Extremismus."
    Auch die RHEIN-ZEITUNG aus Koblenz betont:
    "Der Katholikentag hat nicht gezeigt, dass Kirche zu politisch ist. Sondern dass sie gar nicht anders kann. Denn wer christliche Werte ernst nimmt, muss auch Stellung beziehen."
    Zum Abschluss der Presseschau blicken wir auf die Aufregung um den verendeten Wal in der Ostsee. DER SPIEGEL sucht eine Erklärung:
    "Menschen schufen sich eigene Realitäten – und verloren dabei den Blick für die Argumente gegen weitere Rettungsversuche. Der Wal ist da kein Einzelfall, bloß ein Symptom: Als richtig gilt inzwischen oft, was sich richtig anfühlt. Man findet das Phänomen in Debatten über das kürzlich auf einem Kreuzfahrtschiff ausgebrochene Hantavirus, die Energiewende, den Irankrieg."
    Und die SÜDWEST PRESSE fasst zusammen:
    "Das Mitfühlen ist ein unterhaltsamer Zeitvertreib, der folgenlos bleibt. Tierschützer versuchen, die Chance zu nutzen, um eine generelle politische Debatte über einen besseren Schutz von Walen anzustoßen. Glaubt ernsthaft jemand, dass hier viel geschieht?"