19. Mai 2026
Blick in die Zeitungen von morgen

In den Kommentaren geht es um die von der Bundesregierung geplante Pflegereform. Das STRAUBINGER TAGBLATT warnt:

"Käme die Reform so wie angekündigt, würden die Hürden für Leistungsbezüge erhöht, insbesondere bei den niedrigen Pflegegraden. Und die ohnehin kaum stemmbaren Eigenanteile würden nochmal steigen. Dringend nötig wäre darum, die Pflegelasten wirklich fair zu verteilen. Zum Beispiel, indem die Länder endlich die Investitions- und Ausbildungskosten schultern, die Pflegebedürftige derzeit selbst zahlen. Oder, indem man gezielt in Prävention investiert, um Folgekosten zu vermeiden."
Die RHEIN-NECKAR-ZEITUNG aus Heidelberg macht einen anderen Vorschlag:
"An der prekären Situation der Pflegeversicherung würde sich etwas ändern, wenn der Bund die rund sechs Milliarden Euro, die während der Pandemie für fachfremde Aufgaben aus dem Pflegefonds abgezweigt wurden, zurückzahlen würde. Die Regierung Merz weigert sich jedoch - wegen der Haushaltslage. Die Begründung verweist direkt auf die Mutter aller Reformen, die die Politik vor sich herschiebt: die Rentenreform."
Das REDAKTIONSNETZWERK DEUTSCHLAND fragt:
"Bekommen wirklich diejenigen eine Unterstützung, die sie tatsächlich dringend benötigen? Wenn heute etwa zwei Drittel der Menschen in die untersten Pflegegrade 1 und 2 eingestuft werden, dann deutet einiges darauf hin, dass das nicht der Fall ist. Gesundheitsministerin Nina Warken sollte daher zu den vor der Pflegereform 2017 empfohlenen Kriterien zurückkehren."
Kremlchef Wladimir Putin ist zu einem Besuch beim chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping nach Peking gereist. Das HANDELSBLATT sieht eine "asymmetrische Beziehung":
"Russland braucht China dringender denn je. Die russische Kriegswirtschaft wird entscheidend durch die Einnahmen aus Energieexporten gestützt – und China nimmt davon gewaltige Mengen ab. Dass Putin ausgerechnet mit den Chefs von Gazprom und Rosneft anreist, deutet darauf hin, worum es in Peking vor allem geht: Energie, Geld und damit um die Finanzierung einer Front, die Russlands Schwäche offenlegt."
Ein Kommentar in der VOLKSSTIMME aus Magdeburg geht in eine ähnliche Richtung:
"Russland ist für Chinas Herrschaftssystem das Beispiel eines mächtigen, aber letztlich abhängigen Landes. Sicher braucht die Volksrepublik Rohstoffe wie Öl und Gas aus den russischen Lagerstätten. Doch die chinesischen Waren, vom Auto bis zum Kühlschrank, sind für Russland im selbst angezettelten Krieg unerlässlich."
DER SPIEGEL hebt die Perspektive des chinesischen Staatschefs hervor:
"Aus Xis Sicht treffen sich die Protagonisten der neuen Weltordnung. Es wäre ein besonders absurdes Beispiel europäischer Selbsterniedrigung, in diesem China Stabilität zu suchen. Ein Partner Putins kann kein Partner Europas sein."