21. Mai 2026
Blick in die Zeitungen von morgen

Ein Thema in den Kommentaren ist der Vorschlag von Bundeskanzler Merz für eine Teilmitgliedschaft der Ukraine in der Europäischen Union.

    Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU, l) empfängt Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, vor dem Bundeskanzleramt.
    Bundeskanzler Merz (CDU. l.) schlägt für die Ukraine einen Sonderstatus als "assoziiertes Mitglied" der EU vor (Archivbild). (Kay Nietfeld / dpa / Kay Nietfeld)
    "Zugegeben, der Plan enthält viel Symbolik", schreibt die STUTTGARTER ZEITUNG:
    "Kiew säße in Brüssel mit am Tisch, jedoch ohne Stimmrecht oder Zugang zu den EU-Agrargeldern. Aber es wäre ein konkretes Zeichen an die Menschen in der Ukraine, dass sich ihr leidvoller Weg lohnt."
    Die VOLKSSTIMME aus Magdeburg vermutet, Merz wolle
    "über den Westbalkan-Umweg die Ukraine in die Europäische Union hieven. Nicht als Vollmitglied, sondern über unterschiedliche Vorstufen der Assoziierung. Im Interesse Deutschlands und Europas ist das aber derzeit nicht. Vorrang muss die Beendigung des Krieges zwischen Russland und der Ukraine haben."
    Die TAGESZEITUNG - TAZ gibt mit Blick auf den ukrainischen Präsidenten zu bedenken:
    "Selenskyj ist bei den Gipfeltreffen schon jetzt meist der erste Redner. Seine MinisterInnen nehmen an allen wichtigen EU-Treffen teil. Die Ukraine verfügt längst über einen Sonderstatus, wie auch der 90 Milliarden Euro schwere Hilfskredit zeigt."
    Die Zeitungen der MEDIENGRUPPE BAYERN finden:
    "Die Idee hat Charme. Dringend braucht die EU eine Form der Zusammenarbeit mit anderen Staaten, die nicht ganz drinnen, aber auch nicht ganz draußen sein sollen. Kreative Alternativen werden gebraucht."
    Themenwechsel. Die von der Bundesregierung eingesetzte Rentenkommission hat einen Medienbericht dementiert, sie empfehle eine Erhöhung des Renteneintrittsalters auf 70 Jahre. Die FRANKFURTER RUNDSCHAU kritisiert:
    "Mal wieder wird lediglich über eine Stellschraube diskutiert, die zudem in einem ohnehin angespannten gesellschaftlichen Klima viele nur unnötig verunsichert. Dabei sollte es sich herumgesprochen haben, dass das Versprechen, das Rentensystem für Ruheständler auskömmlich sowie für Arbeitnehmer und Arbeitgeber bezahlbar zu machen, nur mit einem umsichtigen Konzept erfüllt werden kann."
    Der KÖLNER STADT-ANZEIGER empfiehlt, es sollten alle
    "mal einen Gang runterschalten. In endlosen 'Dachdecker-Debatten' über die Zumutbarkeit eines späteren Eintritts in den Ruhestand ist zum Glück die Erkenntnis gereift, dass es mehr individuelle Lösungen geben muss."
    Die SCHWÄBISCHE ZEITUNG aus Ravensburg stellt fest:
    "Während von Politikern über eine längere Lebensarbeitszeit diskutiert wird, sieht die Praxis in den Betrieben oft anders aus. Etwa 60 Prozent der Arbeitnehmer verlassen vor dem regulären Renteneintritt ihr Unternehmen. Der Abschied wird selbst topqualifizierten Kräften mitunter leicht gemacht."