
"Die USA und der Iran haben sich wieder beschossen und damit die Waffenruhe gebrochen. Noch ist nicht klar, ob damit die Kampfhandlungen auf breiter Front wieder aufgenommen werden. Derzeit scheint es ruhig zu bleiben, doch diese frühsommerliche Ruhe ist trügerisch, denn beide Seiten spielen mit der Geduld des anderen."
Das Berliner Magazin CICERO stellt fest:
"Der Iran kann keine Zugeständnisse machen, ohne schwach zu wirken – und obwohl die USA über mehr Handlungsspielraum verfügen, haben sie ihrerseits noch keinen Grund dazu. Die naheliegendste Lösung wäre daher eine massive Truppenkonzentration der USA, um den Iran einzuschüchtern. Sollte der Iran sich davon nicht beeindrucken lassen, könnte Washington eine Invasion starten und versuchen, die Revolutionsgarden zu zerstören und Frieden zu erzwingen."
Die MÄRKISCHE ODERZEITUNG aus Frankfurt (Oder) sieht es anders:
"Trump ist es gewohnt, Verhandlungsschritte mit Machtgebärden zu begleiten, um sich durchzusetzen. Beim Thema Iran spielt aber auch der Faktor Zeit eine Rolle, vor allem für Trump. Denn die Drohkulisse, die er seit drei Monaten zur Schau stellt, ist nicht auf Dauer aufrechtzuerhalten. Sie kostet Geld und Ressourcen. Trump käme es daher gelegen, sich in möglichst vielen Streitfragen möglichst früh durchzusetzen."
Nun nach Deutschland. Das Bundesgesundheitsministerium plant einem Medienbericht zufolge, dass Menschen ohne Kinder künftig mehr als bisher für die Pflegeversicherung zahlen müssen. Die FRANKFURTER RUNDSCHAU erläutert:
"Angesichts der Löcher in zweistelliger Milliardenhöhe muss die Gesundheitsministerin wirklich jede sich bietende Gelegenheit nutzen, um das nötige Geld zusammenzukratzen. Für eine Reform, bei der ausschließlich die Leistungen für die Pflegebedürftigen gestrichen werden, dürfte es kaum Akzeptanz in der Bevölkerung geben."
Die PFORZHEIMER ZEITUNG bezeichnet die Mehrbelastung von Kinderlosen als "politisch bequem":
"Massiver Widerstand ist kaum zu erwarten, denn diese Gruppe lässt sich leicht moralisch in die Defensive drängen. Zu begrüßen wäre aber, wenn die Regierung Reformpläne aus einem Guss vorlegen würde, statt ständig einzelne Details zu diskutieren. Das gilt etwa auch für das Elterngeld."
Die SÜDWEST PRESSE aus Ulm betont:
"Bei einem erwarteten Loch in der Pflegeversicherung von sieben Milliarden 2027 und gar 15 Milliarden 2028 ist der Druck groß. Natürlich sind Leistungskürzungen und höhere Beiträge für alle Betroffenen äußerst unerfreulich. Und natürlich kann man über jede einzelne Idee trefflich streiten. Ohne schmerzliche Maßnahmen aber wird es letztlich nicht gehen. Und die müssen jetzt schnell beschlossen werden."
