
"Es gibt Spekulationen, von denen man weiß, dass sie Unsinn sind, und die trotzdem ihr Gift versprühen",
weiß die BADISCHE ZEITUNG aus Freiburg.
"Man könnte dem Treiben amüsiert zuschauen, wenn es in Deutschland nicht gerade um so viel ginge", findet die FREIE PRESSE aus Chemnitz.
"Selbstbeschäftigung ist das Letzte, was die Regierung sich derzeit leisten kann."
Der KÖLNER STADT-ANZEIGER findet Merz' scharfe Reaktion zwar "menschlich verständlich" - aber:
"Politisch klug war es nicht. Merz hat dem Getuschel damit erst recht eine Bühne gegeben. Und Wüst? Wenn er die Absicht hatte, sich mit seiner Reaktion von den Spekulationen zu distanzieren, ist das nicht gelungen."
"Ein Sturz brächte gar nichts", findet die RHEIN-NECKAR-ZEITUNG aus Heidelberg.
"Und von den genannten Ersatzkandidaten ragt allenfalls Hendrik Wüst heraus, der nordrhein-westfälische Ministerpräsident. Der Bayer Markus Söder hatte seine Chance, ließ sie ungenutzt verstreichen. Und Daniel Günther aus Schleswig-Holstein verfügt zwar über ein sympathisches Auftreten, bleibt aber ohne Hausmacht. Entschieden wird im Übrigen erst 2028 – dann hoffentlich richtig."
Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG rät zu Besonnenheit:
"Entgegen den Spekulationen, die im dauererregten Berlin die Runde machen, ist es unwahrscheinlich, dass Bundeskanzler Merz in nächster Zeit von einem Parteifreund abgelöst wird. Noch ist die CDU nicht an dem Punkt, an dem sie ernsthaft über das Stürzen des eigenen Kanzlers und Parteichefs nachdenken würde, das mit großen Risiken verbunden wäre."
In München soll ein Bildungszentrum der israelischen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem entstehen.
Der Berliner TAGESSPIEGEL nennt die Entscheidung "politisch klug":
"München ist nicht irgendein Ort. Hier begann der politische Aufstieg des mörderischen Nationalsozialismus. Dass Yad Vashem gerade dort ein Zentrum für Holocaust-Bildung eröffnet, ist bewusst gesetzt. Erinnerung darf nicht abstrakt sein, sie muss sich den historischen Ursprungsorten stellen."
Der NORDBAYERISCHE KURIER aus Bayreuth ergänzt:
"Von den Zeitzeugen gibt es aber immer weniger und so wird es zunehmend zur Pflicht der Nachgeborenen, das 'Nie wieder!' mit Leben zu füllen. Im Wissen um eine rechtsextreme Partei, der laut aktueller Umfrage gut ein Viertel der Wähler im Bund ihre Stimme geben könnten und die hinter die Nazi-Verbrechen am liebsten einen Schlussstrich ziehen würde – wird das eine schwierige Aufgabe, indes eine alles entscheidende.
