
"Viele junge Männer und Frauen in Deutschland müssen arbeiten gehen, um sich ihr Studium zu finanzieren", heißt es in der FRANKFURTER ALLGEMEINEN ZEITUNG. "Das ist keine Zumutung und es ist auch kein Anzeichen für den Niedergang des Bildungsstandorts Deutschland."
Die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG vermerkt: "Mehr als zwei Drittel aller Studierenden arbeiten ohnehin schon. Und Schlafen müssen sie ja auch noch. 'Vollkasko' sieht wahrlich anders aus, selbst wenn das Bafög ein bisschen erhöht würde."
Der KÖLNER STADT-ANZEIGER stellt heraus: "Zuletzt bezogen lediglich rund 610.000 Menschen Bafög - so wenige wie seit der Jahrtausendwende nicht mehr. Das ist eine dramatische Entwicklung, die dem Anspruch der Chancengerechtigkeit zuwiderläuft und Einkommen noch stärker mit akademischem Erfolg verknüpft."
DER TAGESSPIEGEL erklärt: "Deutschland diskutiert seit Jahren über Fachkräftemangel, Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft. Kaum eine Sonntagsrede kommt ohne diese Begriffe aus. Umso erstaunlicher ist die Bereitschaft, ausgerechnet dort zu sparen, wo die Grundlage für all das gelegt wird. Die Rechnung mag kurzfristig den Haushalt entlasten. Langfristig wird sie teuer."
Die Diskussion um Bundeskanzler Merz ist Thema in der FRANKFURTER RUNDSCHAU: "Den seit Tagen diskutierten Kanzlertausch wird es nicht geben. Das war von Anfang an klar. Die Diskussion darüber, die er durch seine unbedachte Reaktion darauf auch noch anfachte, hat dem Regierungschef aber auch so schon genügend geschadet. Nach der vergangenen Woche ist endgültig klar, dass Merz in der eigenen Partei zunehmend isoliert ist."
"Solange Merz munter über jedes Stöckchen hüpft", schreibt die LEIPZIGER VOLKSZEITUNG, "können seine Widersacher mit Popcorn-Tüten in den Händen der Demontage zuschauen."
Die RHEINISCHE POST unterstreicht mit Blick auf einen gemeinsamen Termin von Wüst und Merz im nordrhein-westfälischen Meschede:
"Jetzt hat Wüst das Thema endgültig an der Backe. Daran ändert auch der Burgfriede von Meschede nichts, den er und Kanzler Friedrich Merz am Montag mit warmen Worten zelebriert haben. Die Büchse bleibt offen."
Die PASSAUER NEUE PRESSE analysiert: "Merz als Kanzler abzuschießen und durch Wüst zu ersetzen, wäre der klassische Fall von Selbstmord aus Angst vor dem Tod. Mit einem anderen Kopf an der Spitze – egal, welchen Namen er hat – könnte womöglich die Kommunikation geschmeidiger werden, das fundamentale Problem bliebe dasselbe: die Reformunfähigkeit dieser schwarz-roten Koalition, die inhaltlich noch viel weniger zusammenpasst, als es bei ihrem Amtsantritt vor gut einem Jahr zu befürchten war."
