03. Juni 2026
Blick in die Zeitungen von morgen

Kommentiert wird Deutschlands Scheitern mit seiner Bewerbung für einen nicht-ständigen Sitz im UNO-Sicherheitsrat.

    Der Sicherheitsrat tagt im Hauptquartier der Vereinten Nationen.
    Der Sicherheitsrat ist das mächtigste Gremium der Vereinten Nationen (Archivbild). (Seth Wenig / AP / dpa / Seth Wenig)
    "Das ist ein schwerer Schlag", schreibt die FREIE PRESSE aus Chemnitz:
    "Deutschland wird nicht, wie erhofft, 2027 für zwei Jahre in den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen einziehen. Nicht nur das Renommee Deutschlands an sich ist nun angekratzt, sondern auch das erklärte Ziel von Bundeskanzler Merz, der Bundesrepublik mehr außenpolitischen Einfluss zu verleihen."
    "Den Ausschlag bei der Wahl könnte gegeben haben, dass propalästinensische Staaten eher der deutschen Konkurrenz zugeneigt waren", analysiert die VOLKSSTIMME aus Magdeburg:
    "Die Regierungen sowohl in Lissabon als auch in Wien gehen zunehmend auf Distanz zur Politik Israels, die nicht zu Frieden in Nahost beiträgt. Aus Berlin kommt da wenig. Auch war es ungünstig, dass zwei deutschsprachige Länder gegeneinander antraten – das könnte ein Bonus für Portugal gewesen sein. Deutschland steht in diesem Wettbewerb wie meist beim Eurovision Song Contest da – als großer Geldgeber, aber enttäuschter Verlierer."
    "Der Sicherheitsrat ist die wichtigste, aber nur eine von mehreren Institutionen der UNO, und Deutschland ist in vielen sehr aktiv", schreibt die TAGESZEITUNGTAZ:
    "Um sein Gewicht und den internationalen Einfluss zu stärken, könnte Deutschland etwa stärker die Lücken kompensieren, die mit dem Rückzug der USA entstanden sind, etwa aus der Entwicklungszusammenarbeit."
    Ein weiteres Thema ist der Beginn des Wirtschaftsforums in Sankt Petersburg - und die ukrainischen Drohnenangriffe ebendort. Die RHEINISCHE POST aus Düsseldorf konstatiert:
    "Die Bilder haben enorme Symbolkraft: Kurz vor dem Start des von Staatschef Putin inszenierten internationalen Wirtschaftsforums in Sankt Petersburg steigen Rauchsäulen über der Stadt auf – Putins Geburtsstadt. Es ist eine Blamage für den russischen Präsidenten, dass die Ukraine es geschafft hat, dort mit Drohnen ein Ölterminal in Brand zu setzen. Solche Schläge tief im russischen Staatsgebiet zeigen, wie fähig ukrainische Langstreckendrohnen mittlerweile sind."
    Zu dem Wirtschaftsforum sind in diesem Jahr neben AfD-Politikern auch wieder einzelne deutsche Unternehmensvertreter gereist. Dazu wirft die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG ein:
    "Jede Form westlicher Präsenz auf russischen Veranstaltungen hat unweigerlich eine symbolische Dimension. Russlands Präsident Putin kann sie als Zeichen nachlassender Isolation deuten – und wird dies propagandistisch ausschlachten; das hat er bereits in der Vergangenheit unter Beweis gestellt. Unternehmen mögen ihre Teilnahme als pragmatisch und unpolitisch verstehen. In der außenpolitischen Realität ist sie das nicht."