05. Juni 2026
Blick in die Zeitungen von morgen

Ein Thema in den Kommentaren ist der Westbalkan-Gipfel. Bei dem Treffen in Montenegro ging es um Perspektiven für einen EU-Beitritt der Westbalkan-Staaten.

    Tivat: Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) nimmt am EU-Westbalkan-Gipfel teil.
    Bundeskanzler Merz beim EU-Westbalkan-Gipfel (Kay Nietfeld / dpa / Kay Nietfeld)
    Die BADISCHE ZEITUNG aus Freiburg schreibt:
    "Dass Beitrittskandidaten schon während der Verhandlungen an die EU und deren Regeln herangeführt werden, wäre ein lohnenswerter Ansatz. Er würde die Logik des Ganz-oder-gar-nicht durchbrechen, Fortschritte belohnen, ohne Reformbedarf zu ignorieren, eine Überlastung der EU verhindern und zugleich ihre Erweiterungsfähigkeit zeigen. Zu der gibt es in einer Welt, in der Europa sich in Konkurrenz zu China und Russland sieht, ohne sich auf die USA verlassen zu können, keine gute Alternative."
    Die LAUSITZER RUNDSCHAU aus Cottbus erklärt:
    "Serbien beispielsweise flirtet lieber mit Moskau, Bosnien und Herzegowina kämpft gegen die internen Abspaltungswünsche, Kosovo hat noch nicht mal Kandidatenstatus. Eigentlich sollte sich Europa solche Probleme lieber vom Hals halten, müsste man sagen, wenn da nicht die Konkurrenz aus dem Osten wäre. China und Russland umwerben den Westbalkan mit Geld und Versprechen. Wendet sich Europa ab, füllen sie die Lücke."
    Der REUTLINGER GENERAL-ANZEIGER schreibt:
    "Die Initiative von Bundeskanzler Friedrich Merz, die West-Balkan-Staaten schneller in den Schoß der Europäischen Union zu holen, ist wichtig. Leider kommt sie sehr spät - vielleicht zu spät."
    Hören Sie nun Kommentare zur geplanten Reform der Pflegeversicherung. Die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG meint:
    "Dass Gutverdiener durch höhere Beiträge stärker in die Pflicht genommen werden, ist sozial gerecht. Doch wer bei der stationären Pflege spart, drängt die Menschen aus den Heimen zurück nach Hause. Die Zeche zahlt die Wirtschaft. Wer zu Hause pflegt, muss die Arbeit im schlimmsten Fall ganz niederlegen. So gehen auch genau die Fachkräfte verloren, nach denen an anderer Stelle händeringend gesucht wird."
    Die ZEITUNG ND.DER TAG ist empört:
    "Und wieder kommt der Kürzungshammer: Um die Riesenlöcher in den Pflegekassen zu stopfen, sollen nun viele blechen. Ein ganz bisschen auch die Gutverdiener und damit die Unternehmer, deren Vertreter umgehend protestierten. Doch vor allem zahlen die Pflegebedürftigen, die Beschäftigten in Heimen und die pflegenden Angehörigen einen hohen Preis. Und nebenbei werden die überwiegend hoch verschuldeten Kommunen weiter belastet."
    Das STRAUBINGER TAGBLATT räumt ein:
    "Nina Warken muss harte Entscheidungen treffen. Jedem recht machen wird sie es mit der lange überfälligen Pflegereform nicht können. Die Entscheidungen dürfen aber nicht kontraproduktiv sein. Pflegende Angehörige sparen dem Staat viele Milliarden – die Rechnung dafür will die Koalition lieber nicht präsentiert bekommen."