
Die Zeitungen der MEDIENGRUPPE BAYERN halten das für längst überfällig:
"Nach fast zehn Jahren Reiberei zwischen den sich unversöhnlich gegenüberstehenden Unternehmen Airbus und Dassault ist das Ende von fast allen herbeigesehnt worden. Auch Macron hat das nun eingesehen. Politisch ist das Signal verheerend – das lässt sich nicht schönreden."
Die WIRTSCHAFTSWOCHE macht vor allem den französischen Flugzeugbauer Dassault für das Scheitern verantwortlich:
"Der Vorstandsvorsitzende von Dassault, Éric Trappier hat auf Jahre gut gefüllte Auftragsbücher mit Bestellungen des Mehrzweckkampfflugzeugs Rafale. Zuletzt hatte Trappier schlicht kein Interesse mehr an echter Zusammenarbeit mit Airbus. Stattdessen gab es nur scheinheilige Angebote, das Projekt quasi ganz zu übernehmen."
Und die BADISCHE ZEITUNG sieht in dem Scheitern des Projekts ein fatales Zeichen für Europa:
"Ein starkes Europa, das zusammenrückt und sich selbst verteidigen kann – so klingt die Zukunft in Sonntagsreden. Und wenn es konkret wird? Dann wacht jeder eifersüchtig über den eigenen Vorteil und verfolgt nationale Interessen. Was soll dann das ganze Gerede von der europäischen Souveränität?"
Die RHEIN-NECKAR-ZEITUNG schaut auf die aktuellen Entwicklungen im Nahost-Konflikt und sieht vor allem die USA unter Druck:
"Donald Trump hat den kleineren Verbündeten, Israel, nicht mehr im Griff. So viel Ohnmacht eines US-Präsident hat die Welt seit dem schmachvollen Abzug der US-Armee aus Saigon im Jahr 1975 nicht mehr erlebt. Der weltweit größte 'Dealmaker' und sein Land stehen blamiert da."
Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG befürchtet erhebliche Auswirkungen auch auf Europa:
"Trump ist, so paradox es bei einer Weltmacht scheint, derzeit in der schwächsten Position. In Europa sollte darüber niemand Schadenfreude empfinden. Die Selbstdemontage der westlichen Führungsmacht, die Trump auch hier so blind vorantreibt, wird andere ermutigen, nicht zuletzt in Moskau."
Und die RHEINISCHE POST sieht die Zivilbevölkerung in der Kriegsregion als die eigentlichen Verlierer:
"Dass der Krieg die Sicherheit in Israel erhöht, ist fraglich – und wenn der israelische Verteidigungsminister von einer Kriegsführung nach dem 'Vorbild des Gazastreifens' spricht, klingt das für die Bevölkerung im Libanon verheerend. Auch die Protestbewegung im Iran gehört zu den Opfern des Krieges. Solange das Regime in Teheran profitiert, Trump keinen realistischen Exitplan hat und Netanjahu den Krieg innenpolitisch braucht, wird die Rechnung – wie so oft – von der Zivilbevölkerung bezahlt."
