09. Juni 2026
Blick in die Zeitungen von morgen

Kommentiert wird unter anderem die neue Statistik des Bundeskriminalamts zu politisch motivierten Straftaten:

    Polizeibeamte legen einem Verdächtigen Handfesseln.
    Ein Thema: Die neue BKA-Statistik zu den Straftaten mit politischem Hintergrund (Symbolbild). (picture alliance / dpa / Bernd von Jutrczenka)
    Die LEIPZIGER VOLKSZEITUNG stellt fest:
    "Knapp 4.200 solcher Gewalttaten sind 2025 registriert worden, die meisten aus dem rechten Spektrum, ein gestiegener Anteil aus dem linken Lager. Dahinter steckt eine seltsame Vorstellung von Konfliktbewältigung: Wenn eine andere Meinung nicht gefällt, wird zugeschlagen – mit Fäusten oder mittels Brandsätzen."
    Die PFORZHEIMER ZEITUNG blickt zurück:
    "Vor einem Jahr hat Bundesinnenminister Alexander Dobrindt eine große Sicherheitsoffensive angekündigt: mehr Kompetenzen für Polizei und Verfassungsschutz, mehr Konsequenz gegenüber Gewalttätern. Nun muss er eingestehen, dass die Lage weiter außer Kontrolle geraten ist."
    Die FRANKFURTER RUNDSCHAU findet:
    "Die Statistik ist auch Beleg für eine Niederlage von Politik und Gesellschaft. Weder Gesetze gegen Hasskriminalität noch zivilgesellschaftliches Engagement haben es geschafft, die Heftigkeit der politischen Auseinandersetzung im Alltag zurückzudrängen."
    Die STRAUBINGER TAGBLATT verlangt, der Staat müsse
    "stärker in Prävention investieren: in gute Schulen, politische Bildung, Medienkompetenz oder Freizeitangebote für junge Menschen. Das ist nicht neu, und das Geld ist knapp. Doch wenn Politik, Justiz und Behörden beides nicht überzeugend leisten, werden die nächsten Statistiken erneut Rekorde melden."
    Thema im Magazin CICERO ist der Stopp des deutsch-französischen Kampfjet-Projekts FCAS:
    "Entscheidend wird nun sein, welche Konsequenzen Deutschland aus dem Scheitern zieht. Ein Stockfehler bezüglich der Stärkung der europäischen Souveränität wäre es jedenfalls, freiwerdende Investitions- und Entwicklungsmittel in US-Rüstungsprojekte umzuleiten. Gerade angesichts der Debatte über europäische strategische Autonomie wäre dies ein fataler Rückschritt.“
    "Dieses Scheitern ist auch eine persönliche Schlappe für Macron", schreibt die NÜRNBERGER ZEITUNG:
    "Der einst so furios gestartete französische Präsident erscheint zunehmend machtlos, auch hinsichtlich der deutsch-französischen Partnerschaft, die er stets so hochhielt. Und das, während vor der Präsidentschaftswahl in knapp einem Jahr eine rechtsextreme Partei die Umfragen anführt, die wenig von binationalen Projekten hält."
    Das HANDELSBLATT wendet ein:
    "Immerhin versprechen die an FCAS beteiligten Länder schon jetzt, sich auf relevante und realistische Verteidigungsprojekte zu konzentrieren. Das ist wiederum der Vorteil Europas: Man rauft sich intern zusammen, während Trump sich mit sämtlichen internationalen Partnern anlegt."