14. Juni 2026
Blick in die Zeitungen von morgen

Das Referendum in der Schweiz über eine Deckelung der Einwanderung ist bei den Kommentatoren hierzulande auf großes Interesse gestoßen.

    Ein Abstimmungsplakat der SVP zur Volksinitiative "Keine 10-Millionen-Schweiz!" in der Gemeinde Oberdorf im Kanton Nidwalden.
    Abstimmungsplakat zur Volksinitiative "Keine 10-Millionen-Schweiz!" (KEYSTONE / dpa / Urs Flueeler)
    Die Schweizer haben sich entschieden, und sie taten das mit der ihnen eigenen Unaufgeregtheit, heißt es in Zeitungen der MEDIENGRUPPE BAYERN.
    "Wenn es darauf ankommt, lassen sich die Schweizer weniger von Reflexen leiten als von Vernunft. Insofern darf man die Abstimmung als Bekenntnis dafür werten, dass die Schweiz weiter ein offenes Land bleibt. Das heißt aber auch, dass die Bevölkerung weiter wachsen wird, und zwar um ein Vielfaches im Vergleich zu Deutschland. Diese Zuwanderung so auszubalancieren, dass sie die Gesellschaft nicht überfordert, das ist die Aufgabe, der sich die eidgenössische Politik zu stellen hat."
    Der WESER-KURIER aus Bremen empfiehlt:
    "Das Scheitern des Migrationsstopps sollte auch hierzulande Anlass geben, differenzierter als bisher über das Thema zu debattieren. Denn: Auch Deutschland braucht Zuwanderung dringend, um seinen Arbeitskräftebedarf zu decken und die sozialen Sicherungssysteme funktionsfähig zu halten. Ohne Migration gingen auch hier sehr schnell die Lichter aus."
    Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG fragt:
    "Wie geht die Schweiz mit der Zuwanderung um? Im kommenden Jahr stimmen die Schweizer wahrscheinlich über die neuen bilateralen EU-Verträge ab. In Zeiten aufstrebender Autokratien und eines US-Präsidenten Donald Trump, der gerade die Schweiz mit willkürlichen Zöllen überzieht, sollten sich die Schweizer fragen, ob die Vorteile einer Zusammenarbeit mit der EU nicht überwiegen. Ähnliches gilt für die Zuwanderung."
    Angesichts der Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern ist eine Debatte über den Umgang mit der AfD entbrannt.
    Die TAGESZEITUNG befasst sich mit der Haltung des Regierungschefs in Sachsen-Anhalt:
    "Befremdlich ist das Mantra des CDU-Ministerpräsidenten Schulze, das er am Wochenende wiederholte: Mit ihm werde es keine AfD-Minister – wichtig und gut, dass er das noch einmal sagte –, aber eben auch keine Minister:innen der Linkspartei geben. Schon klar, es gilt der Unvereinbarkeitsbeschluss der CDU mit der Linken. Doch das sture Festhalten an der antikommunistischen Hufeisentheorie – links- und rechtsaußen seien gleich schlimm – macht die Lage mit Blick auf die AfD noch gefährlicher. So verengt die CDU ohne Not Spielräume, die nach der Wahl dringend nötig sein werden."
    Das HANDELSBLATT lobt:
    "Die Idee des früheren Bundesfinanzministers Peer Steinbrück, klare rote Linien für den Umgang mit der AfD zu definieren, ist durchaus bedenkenswert. Sie würde die Partei zwingen, Farbe zu bekennen. Die AfD könnte sich dann kaum länger hinter Opfererzählungen und pauschalen Vorwürfen gegen sie verstecken."