
Die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG schreibt dazu:
"Wer nach dem vorläufigen Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran den Ring als Sieger verlässt, ist längst nicht ausgemacht. Das Dokument ist ernüchternd. Der US-Präsident ist mit maximalen Ansprüchen in die Konfrontation gegangen; nun steht Washington mit mageren Ergebnissen da."
Die FRANKFURTER RUNDSCHAU notiert:
"Trump setzt wohl darauf, dass seine Fans seine Interpretation des erfolgreichen Abkommens übernehmen. Und darauf, dass andere einfach froh sein werden, wenn der Spritpreis im Besonderen und die Inflation im Allgemeinen sinken."
Die Zeitung ND.DER TAG aus Berlin blickt in dem Zusammenhang auf Israel:
"Für die israelische Regierung unter Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ist der Trump'sche Deal ein strategisches Desaster. Ging es ihr doch darum, den Iran militärisch dermaßen zu schwächen, dass er keine Gefahr mehr für Israel darstellen würde, und das Nuklearprogramm zu vernichten."
Die NEUE PRESSE aus Chemnitz vermerkt:
"Die Islamische Republik hat im Krieg gegen die USA und Israel – zwei Länder mit den modernsten Streitkräften der Welt – ihre militärische Stärke bewiesen und kann nun daran gehen, ihre Wirtschaft zu modernisieren. Ein Land mit 90 Millionen Menschen, riesigen Öl- und Gasvorräten und einem nach wie vor großen Raketenarsenal legt die Fesseln internationaler Sanktionen ab."
Und die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG blickt auf die Menschen im Iran:
"Heute ist vom Freiheitskampf der Iranerinnen und Iraner keine Rede mehr. Ihnen steht vielmehr eine noch repressivere Despotie gegenüber. Auch scheinen die Herren in Teheran sich für die nächsten Kämpfe zu rüsten: Der Iran ist offenbar in der Lage, neue Waffen zu produzieren."
Die TAZ aus Berlin lobt den Start der EU-Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine:
"In der aktuellen Lage ist es, trotz Krieg, die richtige Entscheidung. Es geht um die perspektivische Öffnung für den EU-Binnenmarkt, um Arbeitskräfte und nicht zuletzt darum, die Haltung 'Die Ukraine verteidigt auch Europas Werte' glaubhaft zu stärken."
Ganz anders sieht es die RHEIN-NECKAR-ZEITUNG aus Heidelberg:
"Es handelt sich um ein korruptes Land, dessen Vermögen extrem ungleich verteilt ist. Mängel gibt es innerhalb der Rechtsstaatlichkeit, beim Minderheitenschutz – und das Steuersystem ist so angelegt, dass Kiew nicht einmal in Friedenszeiten in der Lage ist, seinen Haushalt zu finanzieren. Der EU-Beitritt bleibt ein Politikum und ergibt nur im Rahmen eines russisch-ukrainischen Friedensabkommens Sinn. Und auch dann: Dieses Land müsste sich völlig neu erfinden, um EU-reif zu werden."
