
"Es ist eine dicke Kröte, die Europas Unternehmen schlucken müssen. Während europäische Zölle abgebaut werden, belegt der Deal Produkte aus der EU mit 15 Prozent. Europa ist erpressbar. Wenn es die Staatschefs wagen, gegen amerikanische US-Konzerne und ihre perfide Politik des Steuersparens in europaeigenen Steueroasen wie Irland oder Luxemburg aufzubegehren, dann droht Trump mit dem Truppenabzug aus Polen und Deutschland. Dass Trump seinen Deal zum Unabhängigkeitstag am 4. Juli präsentieren will, passt zu dem Gecken im Weißen Haus."
Die STUTTGARTER ZEITUNG warnt vor einem weiteren Zoll-Streit mit US-Präsident Trump. Europa solle sich dagegen wappnen:
"Mögliche Gegenmaßnahmen sind bereits bei der ersten Auseinandersetzung erarbeitet worden. Die sind zwar in der Schublade verschwunden, müssen im Notfall aber wieder auf den Tisch. Europa ist eine Weltmacht, dieses Gewicht muss die EU in die Waagschale werfen. Die deutliche Botschaft an Trump muss sein, dass Europa in Sachen Handelspolitik guten Willens, aber nicht wehrlos ist."
Beim G7-Treffen im französischen Evian haben gestern die Staats- und Regierungschefs der führenden Industriestaaten über Russlands Krieg gegen die Ukraine gesprochen. Die HESSISCHE-NIEDERSÄCHSISCHE ALLGEMEINE aus Kassel vermerkt:
"Neben den Menschen in der Ukraine wünschen sich vor allem deren europäische Nachbarn, dass der Krieg so schnell wie möglich beendet wird. Auf dem G7-Gipfel ist noch einmal deutlich geworden, dass deshalb die Gesprächskanäle zur 'Führung im Kreml' unbedingt offengehalten werden sollen. Wie kann man dem Kriegstreiber im Kreml das Interesse am Krieg austreiben? Darauf hat zurzeit noch niemand eine Antwort. Einstweilen soll wieder ein Sanktionspaket den Druck auf Moskau erhöhen. Es ist einmal mehr das Prinzip Hoffnung. "
Auch der ukrainische Präsident Selenskyj war zu Gast beim G7-Gipfel. Die LUDWIGSBURGER KREISZEITUNG lobt:
"Selenskyj sitzt nicht mehr am Katzentisch. Ihm, seinem Volk und der ukrainischen Armee ist es mit Mut und Beharrlichkeit nicht nur gelungen, dem Aggressor Russland zu widerstehen, sondern ihn ernsthaft in Bedrängnis zu bringen, was Trump imponiert."
Der Berliner TAGESSPIEGEL geht auf die jüngste Äußerung des US-Präsidenten ein:
"Trumps Wunsch, sich nach der 'Befriedung' im Iran wieder mehr um die Ukraine zu kümmern, ist eine Gefahr. Trump sucht den bequemen Weg durch Absprachen mit Putin – ohne Rücksicht auf die Ukraine und Europa. Einen verlässlichen Frieden wird es nur geben, wenn Europa versteht: Putin wird erst Zugeständnisse machen, wenn er mit einer militärischen Niederlage rechnen muss."
