19. Juni 2026
Blick in die Zeitungen von morgen

Ein Thema in den Kommentaren ist der EU-Gipfel in Brüssel.

Andy Burnham kommt zum Start seiner Kampagne als Labour-Kandidat für die Nachwahlen in Makerfield, England.
Die Zeitungen beschäftigen sich unter anderem mit dem Einzug des Labour-Politikers Andy Burnham ins britische Unterhaus. (AP / dpa / Ian Hodgson)
Der KÖLNER STADT-ANZEIGER beleuchtet die Debatte um Verhandlungen mit Russland über ein Ende des Ukraine-Kriegs und stellt fest:
"Es ist ein Machtkampf auf offener Bühne. EU-Ratspräsident António Costa lässt Kanäle zum Kreml aufbauen – in dem Moment, in dem Kanzler Friedrich Merz gemeinsam mit Frankreich und Großbritannien im E3-Format versucht, den Bemühungen um Friedensgespräche mit der Ukraine neuen Schwung zu verleihen. Auf deutscher Seite ist von einem 'Affront' die Rede.
Die SÜDWEST PRESSE aus Ulm glaubt:
"Es geht ganz offensichtlich gar nicht mehr um das 'Ob' von Gesprächen mit Russland, sondern um das 'Wer'. Klar wird jedenfalls, dass eine Reihe von EU-Mitgliedstaaten Costa eher als Grüßaugust sehen, der die vereinbarte europäische Linie vertreten oder – wenn es die nicht gibt – besser gar nichts tun soll."
Die Zeitung ND DER TAG moniert mit Blick auf die sogenannten E3, also Deutschland, Frankreich und Großbritannien:
"Abgesehen von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, hat sich aus diesem Kreis bisher niemand wirklich bemüht. Mit Ideen, wie man das Blutvergießen in der Ukraine beenden kann, hat der Bundeskanzler bislang nicht geglänzt. Eher mit einem missverstandenen Pflichtgefühl gegenüber Kiew, das in diesem Vertretungsanspruch endet."
Die STUTTGARTER ZEITUNG geht ein auf den britischen Labour-Politiker Andy Burnham, der bei der Nachwahl einen Sitz im Unterhaus errungen hat und somit auch Vorsitzender der Regierungspartei werden kann:
"Für Keir Starmer wird es jetzt eng. Die rebellische Stimmung in der Partei lässt ihm wenig Alternativen. Der Wahlgewinner Andy Burnham hat diese Nachwahl geschickt in ein Referendum über die eigene Person umfunktioniert."
Die FRANKFURTER RUNDSCHAU betont, viele Briten hofften nun
"Burnham könne das politisch gespaltene Land einen. Allerdings muss er das erst noch beweisen. Zunächst muss er eine mögliche Schlammschlacht mit Starmer verhindern, der nicht kampflos zur Seite treten will."
Die DRESDNER NEUESTEN NACHRICHTEN wenden ein mit Blick auf Burnham:
"Je näher er der Downing Street Nummer 10 kommt, desto stärker drängt sich die Frage auf, die selbst seine Anhänger kaum beantworten können: Wofür steht dieser Mann nationalpolitisch überhaupt, wie sähe eine Regierung unter ihm aus?"
Der Berliner TAGESSPIEGEL erwartet:
"Was in den nächsten Wochen passieren dürfte, ist Folgendes: Ein ohnehin beschädigter Regierungschef muss sich in einem Wettbewerb gegen einen Parteifreund verteidigen. Statt zu regieren, kämpft er um seine Macht."