22. Juni 2026
Blick in die Zeitungen von morgen

Das dominierende Thema in den Kommentarspalten ist der angekündigte Rücktritt des britischen Premierministers Starmer.

Keir Starmer steht vor der Downing Street no. 10 hinter einem Rednerpult.
Keir Starmer kündigt seinen Rücktritt an. (AFP / HENRY NICHOLLS)
Dazu schreibt die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG:
"Nun geht er doch. Keir Starmer hat seinen Rücktritt angekündigt, es ist ihm erkennbar schwergefallen. Bei all seinen Entscheidungen sei es darum gegangen, das Land an die erste Stelle zu setzen, betonte er. Und zumindest für seinen letzten Schritt gilt das auch: Starmers Rücktritt ist gut für Großbritannien und für ihn."
Viele Zeitungen zeichnen noch einmal seine Amtszeit nach. Die AUGSBURGER ALLGEMEINE spricht dabei von einem "bemerkenswerten Absturz":
"Erst führte Starmer Labour weg vom strammen Linkskurs unter dem früheren Parteichef Jeremy Corbyn hin zu einer breiten, regierungsfähigen Kraft. Schon bald aber entstand das Bild von einer Regierung im Zickzackkurs."
Der TAGESSPIEGEL aus Berlin sieht Starmers Rücktritt als "jüngstes Symptom der Dauerkrise in Großbritannien, die das Land seit dem Brexit erlebt." Wie viele andere auch, hält der TAGESSPIEGEL fest: "Starmers Nachfolger wird bereits der siebte Premierminister in den zehn Jahren seit dem Referendum sein."
Zum voraussichtlichen Nachfolger heißt es in der FRANKFURTER RUNDSCHAU: "Andy Burnham wird in wenigen Wochen wohl der nächste Premierminister Großbritanniens sein." Die Zeitung findet viel lobende Wort für den bisherigen Bürgermeister von Manchester, glaubt aber auch: "Wahrscheinlich wetzt der britische Boulevard schon die Messer für Burnham".
Die ZEIT gibt außerdem zu bedenken: "Übertragbar auf das ganze Land ist Burnhams Manchesterism kaum."
Nach den bekannt gewordenen Reform-Empfehlungen der Rentenkommission widmen sich die Kommentare auch diesem Thema.
Das HANDELSBLATT befürchtet: "Zu jedem Kommissionsvorschlag wird sich in den nächsten Tagen eine Vertreterin der Koalition von der einen oder anderen Seite finden, die staccatoartig Gegenargumente vorbringen wird. Dann wird sich zeigen, ob die Spitzen der schwarz-roten Koalition noch zu echter politischer Führung in der Lage sind."
Die FRANKENPOST aus Hof greift sich inhaltlich einen Punkt heraus und kommentiert die mögliche Einführung einer verpflichtenden kapitalmarktgedeckten Zusatzrente: "Viel zu lange hat die Politik darauf verzichtet, den Kapitalmarkt zu nutzen, um die Milliarden und Aber-Milliarden aus den Beitragseinnahmen gewinnbringend anzulegen."
Die NÜRNBERGER NACHRICHTEN fassen die Diskussion zusammen: "Viel zu viele Härten – schimpfen die einen. Geht nicht weit genug – kritisieren die anderen. Je breiter der Aufschrei, desto besser die Vorschläge – in diesem Sinne hat die Kommission sehr gute Arbeit geleistet. Eine Arbeit, vor der sich die Koalition gedrückt hat."