23. Juni 2026
Blick in die Zeitungen von morgen

Kommentiert werden die Vorschläge für eine Rentenreform in Deutschland.

    Bundeskanzleramt: Übergabe des Berichts der Alterssicherungskommission: Gruppenfoto vor der Übergabe des Berichts an Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Bundesministerin für Arbeit und Soziales Bärbel Bas (SPD)
    Übergabe des Berichts der Rentenkommission (picture alliance / dts-Agentur / dts Nachrichtenagentur GmbH)
    "Endlich denkt eine Bundesregierung mal wieder über den nächsten Wahltag hinaus", meint der KÖLNER STADT-ANZEIGER:
    "Unter dem Strich verdient diese Reform tatsächlich ihren Namen. Sie ist auf die Zukunft gerichtet und verzichtet – anders als die Sozialpolitik der vergangenen Jahrzehnte – auf per Gießkanne verteilte Wohltaten, die künftige Generationen zahlen müssen. Im Gegenteil: Verteilt werden soll, was zunächst durch Arbeit erwirtschaftet wird."
    "Mit dem paritätisch finanzierten Kapitalstock wagt die Regierung einen überfälligen Schritt", lobt auch die PFORZHEIMER ZEITUNG:
    "Das ist der Versuch, die Lasten gerechter zu verteilen und die Rente unabhängiger von der reinen Umlage zu machen. Gelingt das, stabilisiert es Beiträge und Rentenniveau zugleich. Vor allem aber sendet es ein wichtiges Signal an die Jüngeren: Ihre Beiträge verschwinden nicht nur im System, sondern sichern ihre Zukunft."
    "Die Kapitalrente ist nicht sicher", schreibt hingegen die TAGESZEITUNGTAZ:
    "Aus guten Gründen hat Bundeskanzler Adenauer in den 1950er Jahren die Rente von der Kapitaldeckung auf das Umlageverfahren umgestellt. Nach zwei Weltkriegen war nicht mehr genug Kapital da. Abgesehen davon werden die Zeiten nicht friedlicher: Vor Börsencrashs ist niemand sicher. Die Reaktionen an den Börsen auf Trumps Kapriolen zeigen, wie schnell Finanzmärkte ins Wanken geraten."
    Die VOLKSSTIMME aus Magdeburg kritisiert die Abschaffung der Minijobs:
    "Während Gewerkschaften monieren, dass die 603-Euro-Tätigkeit kaum was an Rentenpunkten bringe, macht sich in der Gastronomie Katastrophenstimmung breit. Allein in dieser Branche arbeiten gut eine Million Menschen auf dieser Basis. Schülerarbeit wird die Lücken nicht füllen können. Insgesamt gibt es fast sieben Millionen Minijobber in Deutschland. Das Beschäftigungsmodell wurde nach Einführung vor gut 20 Jahren gefeiert – als Mittel gegen die Schattenwirtschaft. Genau da könnten diejenigen landen, die ihren Job nun verlieren."
    Auch die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG glaubt, dass die Abschaffung der Minijobs negative Folgen für Millionen haben könnte:
    "Viele Menschen stocken ihre Teil- oder Vollzeitstelle mit einem Minijob auf, um über die Runden zu kommen. Bricht das Modell weg, zahlen sie auf die Nebentätigkeit Steuern und Abgaben und hätten am Monatsende bei gleicher Stundenzahl weniger Geld auf dem Konto. Wenn Kanzler Merz mehr Arbeit fordert, sollte die Regierung nicht die bestrafen, die diese bereits leisten."