
"Die Empfehlungen richten sich nicht nur an den Gesetzgeber", resümiert die RHEINISCHE POST aus Düsseldorf:
"Auch Verwaltung, Eltern, Bildungsinstitutionen, Gesundheitswesen und die Plattformen selbst werden angesprochen. Die Vorschläge sind weitreichend – von einer Stärkung der Medienkompetenz bis hin zu Handyverboten an Schulen. Bei einem Social-Media-Verbot positioniert sich die Kommission nicht klar."
Die Wochenzeitung DIE ZEIT bezeichnet die Quintessenz des Expertenrates als zu defensiv:
"Nicht einmal auf eine Altersvorgabe von 13 Jahren konnten sich die Experten einigen. Obwohl es diese Grenze bei vielen Plattformen schon gibt; nur kontrolliert sie keiner. Ebenso fragt man sich, warum Handys zu privaten Zwecken nur bis Klasse sieben aus der Schule verbannt werden sollen. Auch in Klasse acht und neun verhindern sie Gemeinschaft."
Aus Sicht der STUTTGARTER ZEITUNG lassen die komplexen Ideen der Experten eine typisch deutsche Regelung befürchten:
"Differenziert bis in die kleinsten Details - aber unpraktikabel und schwer verständlich. Vieles spricht für europaweite Standards und größtmögliche Klarheit. Im Interesse von Kindern und Eltern sind unmissverständliche Regeln angezeigt: ein Alterslimit ohne Einschränkungen und Ausnahmen, einheitliche Vorschriften für ein Verbot der privaten Handynutzung an sämtlichen Schulen."
Zum vorübergehenden bundesweiten Ausfall des gesamten Bahnverkehrs wegen einer Störung des Funksystems schreibt der KÖLNER STADT-ANZEIGER:
"Dieses Geschehen hat eine Tragweite, die über bisherige Störungen weit hinausgeht. Nicht nur der Konzern muss Antworten liefern, die Regierung ist gefragt. Während draußen die Aggressoren lauern, ist der Schutz kritischer Infrastruktur offenbar noch längst nicht so gut, wie die Verantwortlichen in der Politik es glauben machen wollen."
Die NÜRNBERGER ZEITUNG meint:
"Fest steht, dass die Schonfrist für die im Herbst 2025 ins Amt gekommene Bahnchefin Palla endgültig vorbei ist. Sie wolle den Konzern 'vom Kopf auf die Füße stellen', hat sie mehrfach betont. Damit muss sie sich beeilen. Und die Regierung sollte sich endlich ernsthaft mit der Frage befassen, ob die Infrastruktur nicht doch besser in einer bundeseigenen Gesellschaft aufgehoben wäre."
In der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG ist dagegen von einem – wenn auch bitteren und inakzeptablen – Einzelfall die Rede:
"Wer jetzt von einem 'maroden' Zugfunk schwadroniert und sich dazu aufschwingt, der Bahn die Sinnhaftigkeit von Ausfallsystemen zu erklären, handelt entweder aus purer Unwissenheit heraus oder schlicht populistisch. Keine Frage: Der Vorfall muss untersucht werden und darf sich nicht wiederholen."
