
"Die Konferenz sendet zwei Signale", beobachtet die FRANKFURTER RUNDSCHAU:
"Dem russischen Autokraten Wladimir Putin wird bedeutet, dass der Westen nicht nur bis zu einem möglichen Kriegsende, sondern darüber hinaus an der Seite Kiews steht. Und den Menschen in der Ukraine soll vermittelt werden, dass sie nach dem militärischen Konflikt mit dem teuren und beschwerlichen Wiederaufbau des in großen Teilen zerstörten Landes nicht alleine gelassen werden."
DAS HANDELSBLATT stellt fest:
"In Danzig zeigte sich ein neuer Realitätssinn. Zunehmend setzt sich bei den Europäern die Einsicht durch, dass Ukrainehilfen vor allem Investitionen in die eigene Sicherheit sind."
Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG meint:
"Letztlich ist die Recovery Conference eine große Wirtschaftsmesse. Am Wiederaufbau lässt sich verdienen, auch an einem Land, das in die EU will."
Die Zeitungen der MEDIENGRUPPE BAYERN befassen sich mit der Zwischenerhebung über die Resonanz des neuen Wehrdienstes, der freiwillig ist:
"300.000 Fragebögen hat das Ministerium für Verteidigung in einem knappen halben Jahr an junge Menschen gesendet, um abzufragen, was die von einem Dienst bei der Bundeswehr halten. Das Ergebnis ist ernüchternd: 530 Einstellungen resultierten bislang aus den Fragebögen."
"Das klingt nach lächerlich wenig“, räumt die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG ein, gibt aber zu bedenken:
"Dabei geht es hier um diejenigen, die wenige Monate nach Beginn der Fragebogenaktion und Rücksendung ihrer Antwort bereits für das laufende Jahr 'fest eingeplant' werden konnten. Die also nicht in Ausbildung sind, schon tauglich gemustert wurden und einen Vertrag unterschrieben haben. Das könnten zu diesem Zeitpunkt schlicht kaum mehr sein."
Viele Zeitungen nehmen die aktuelle Hitzewelle zum Anlass für einen Kommentar zur deutschen Klimapolitik.
Die NÜRNBERGER NACHRICHTEN verlangen:
"Wir müssen endlich anders bauen, grüner, mit der einst üblichen Beschattung statt offener Glasfassaden. Deutschland kann da von anderen Staaten viel lernen. In Frankreich gibt es Hitzeschutzpläne für alle Gemeinden. Und es gibt mehr Trinkbrunnen, mehr kühle Rückzugsorte in den Städten."
Der TAGESSPIEGEL aus Berlin schreibt:
"Die Zukunft, die Klimawandelforscher vorhergesagt haben, die Hitzeszenarien, sie sind längst Wirklichkeit. Zeitgleich verteilt die Bundesregierung fleißig Steuergeschenke auf fossile Emissionsträger, die genau zu dieser Erhitzung beitragen. Kaum endet zum Monatsende der Tankrabatt, sinkt Anfang Juli die Ticketsteuer im Flugverkehr. Diese Maßnahmen machen sie schmerzhaft deutlich, dass Deutschland die Augen vor der Realität verschließt."
