03. Juli 2026
Blick in die Zeitungen von morgen

Die von der Bundesregierung geplanten strengeren Regeln zu Krankmeldungen sind ein Thema in den Kommentaren.

    Eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zur Vorlage bei der Krankenkasse.
    Die Kommentare beschäftigen mit der von der Bundesregierung geplanten Verschärfung bei Krankschreibungen (Symbolbild). (dpa / picture alliance / Jens Kalaene)
    Der REUTLINGER GENERAL-ANZEIGER sieht Unklarheiten und fragt:
    "Muss man sich schon am ersten Tag krankschreiben lassen oder nur für den ersten Tag? Muss man sich unter Schmerzen zum Arzt schleppen oder reicht ein Videocall? So oder so: Die Praxen sind bereits jetzt überlaufen und ächzen unter der Bürokratie. Die neue Regelung verschlimmert die Situation."
    Die BERLINER ZEITUNG befürchtet:
    "Wer wirklich Hilfe braucht, wartet künftig noch länger, während der Patient mit Schnupfen brav seine Anwesenheitspflicht beim Onkel Doktor erfüllt, um den Kanzler milde zu stimmen."
    "Auch der ökonomische Sinn der Maßnahme ist fraglich", betont die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG:
    "Studien haben gezeigt, dass die bisher mögliche telefonische Krankschreibung selten von Leuten ausgenutzt wurde, die einfach nur blaumachen wollen. Sicher ist dagegen, dass mehr Arbeit auf die Hausarztpraxen zukommt."
    Die OSTSEE-ZEITUNG aus Rostock gibt zu bedenken:
    "Vor allem auf dem Land in Mecklenburg-Vorpommern gibt es schon jetzt zu wenige Hausärzte, aber das scheint Friedrich Merz nicht zu wissen. Auch nicht, dass der Hausärzteverband telefonische Krankschreibungen für sinnvoll hält."
    Das Nachrichtenportal T-ONLINE verweist auf folgenden Punkt:
    "Insbesondere die psychisch bedingten Fehltage steigen seit Jahren kontinuierlich an. Helfen könnten mehr Therapieplätze. Eine Regierung, die den Krankenstand ernsthaft senken will, muss hier ansetzen: Bedarfsplanung reformieren, Sitze zulassen, Weiterbildung absichern. Stattdessen wurden ausgerechnet für ambulante Psychotherapien die Honorare gekürzt."
    Themenwechsel. Der Deutsche Fußball-Bund hat die vorzeitige Auflösung des Vertrags mit Bundestrainer Julian Nagelsmann bekanntgegeben. Der KÖLNER STADT-ANZEIGER glaubt:
    "Nagelsmann stürzte in Diensten des DFB über dieselben Muster, die vor Jahren schon den FC Bayern dazu brachten, ihn als Trainer abzusetzen. Wieder stimmte die Gewichtung nicht, ließ er seine privaten Angelegenheiten in die Belange seiner Mannschaft reichen."
    Die SÜDWEST PRESSE aus Ulm ist mit Blick auf die Fußball-WM in Nordamerika überzeugt:
    "Das blamable Auftreten in den USA geht auf die Kappe eines Bundestrainers, dessen flapsige öffentliche Kommentare Unruhe schürten und der nach Niederlagen gerne mit dem Finger auf andere zeigte. Am Ende ist der 38-Jährige nicht nur an sich selbst gescheitert, sondern an einem Umfeld im saturierten DFB, das den Coach an der langen Leine ließ."