
Die RHEINISCHE POST aus Düsseldorf meint:
"Der Milliarden-Auftrag aus Kanada ist eine Erfolgsstory. Politisch hilft er Europa, seine Ohnmacht gegenüber den USA zu überwinden. Das ist umso wichtiger, weil die deutsch-französische Zusammenarbeit misslang und der Kampfjet FCAS gerade auf Eis gelegt wurde. Und für die deutsche Wirtschaft, die seit 2019 in der Krise steckt, wird die Rüstungsindustrie zum Hoffnungsträger."
"Dieser Deal ist mehr als bloßes Geschäft", findet die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG:
"Er steht für eine neue Allianz der Mittelmächte. Allein das Beispiel TKMS verbindet Kanada, Deutschland und Norwegen auf Jahrzehnte militärisch. Den Deal kann man deswegen als historisch bezeichnen."
Die VOLKSSTIMME aus Magdeburg gibt zu bedenken:
"Da fädeln die Nato-Verbündeten Kanada, Deutschland und Norwegen einen U-Boot-Deal im Milliarden-Format ein - und das an den Vereinigten Staaten vorbei. So hatte Nato-Zuchtmeister Donald Trump das nicht gemeint: Zwar sollen die Nato-Mitglieder deutlich mehr Geld in die Rüstung pumpen, aber sich nicht von der US-Rüstungswirtschaft emanzipieren."
Die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG befasst sich mit der geplanten Elterngeld-Reform:
"Nun soll die Bezugsdauer des Elterngeldes also von 14 auf 12 Monate sinken, und das zweite Elternteil – meist der Vater – muss davon drei Monate nehmen. Klar, der Sozialstaat ist teuer, doch diese Kürzung ist Sparen an der falschen Stelle. Schließlich sind Kinder nicht bloß eine persönliche Erfüllung, sondern die Voraussetzung für das Funktionieren der Gesellschaft."
Die SÜDWEST-PRESSE aus Ulm hält die Kürzungen dagegen für gerechtfertigt:
"Ursprünglich wurde dieser staatliche Ersatzlohn für Eltern eingeführt, um die Geburtenrate bei gut verdienenden Frauen zu erhöhen. Ein Blick auf die sinkende Geburtenrate suggeriert, dass die 'beliebteste familienpolitische Leistung' ihre Wirkung verfehlt hat. Für inzwischen etwa sieben Milliarden Euro im Jahr sollte mehr herausspringen."
Die RHEINPFALZ aus Ludwigshafen verweist auf das Elterngeld-Modell in Spanien:
"Beide Elternteile bekommen 16 Wochen, die nicht übertragbar sind. Die Väterbeteiligung stieg auf nahezu 100 Prozent. Die Pläne der Bundesfamilienministerin verpassen leider die Chance, die Diskriminierung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt abzumildern, indem Männer für Arbeitgeber exakt das gleiche 'Ausfallrisiko' bedeuten."
