
Die VOLKSSTIMME aus Magdeburg meint:
"Der Kanzler kann sich im Bundestag vor Begeisterung kaum halten: Der NATO-Gipfel habe alle Erwartungen übertroffen, verkündet er. Geht es nicht mal eine Nummer kleiner, wenn etwas halbwegs nach Regierungsplan läuft? Mit dem nervigen Hochjubeln eigener Taten schaden sich Merz und diverse Minister nur. Innenpolitisch ist in den nächsten Monaten harte Sacharbeit nötig, um die anstehenden Reformen umzusetzen."
Im KÖLNER STADT-ANZEIGER heißt es:
"Merz' Auftritt jenseits der parlamentarischen Routine ist auch als Versuch zu werten, den Ton für die Sommerpause zu setzen. In den nächsten Wochen werden die Wahlkämpfe in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin in Gang kommen. Die einzige Chance der demokratischen Mitte, die Wahlen für sich zu entscheiden, besteht darin, sich handlungsfähig zu zeigen."
In den Zeitungen der MEDIENGRUPPE BAYERN ist zu lesen:
"Gestern wieder feierte Friedrich Merz in der Regierungserklärung ein Waffengeschäft als große Errungenschaft. Es geht um die Tomahawks, die Deutschland kauft. Sicherheit ist essenziell wichtig, und dafür sind Waffensysteme unabdingbar. Aber es darf kein Kult darum entstehen, dass wir nun U-Boote im großen Stil bauen und Marschflugkörper kaufen."
Die FRANKFURTER RUNDSCHAU bemerkt:
In seiner Regierungserklärung sprach Kanzler Friedrich Merz ausführlich über Rente, Wirtschaft, Gesundheit, Verteidigung, den Krieg in der Ukraine, den Nahen Osten und die Nato. Alles wichtige Themen, zweifellos. Doch die Klimakrise spielte praktisch keine Rolle - obwohl Deutschland und Europa wieder eine Hitzewelle erlebt haben, die vielerorts historische Ausmaße erreichte. Das ist mehr als eine Auslassung. Es ist Ausdruck einer Prioritätenverschiebung."
Um die hohe Zahl an Hitzetoten im Juni geht es auch im Kommentar des MÜNCHNER MERKUR:
"Gemessen an der Katastrophe, die sich zehntausendfach im Stillen abspielte, war die öffentliche Debatte erstaunlich gedämpft. Länder wie Griechenland, Italien oder Spanien bieten überall kühle Oasen, in Cafes, öffentlichen Räumen oder heimischen Wohnungen. Das fehlt nördlich der Alpen."
Die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG rät zu einer nüchternen Betrachtung des Themas:
"Wenn alte und kranke Menschen in Not sind, sollte man etwas dagegen tun. Denn es geht hier doch gar nicht darum, wer recht hat im Ringen um den Umgang mit dem Klimawandel. Es geht auch nicht darum, ob sich irgendein vom RKI registrierter Fall bei näherer Prüfung womöglich doch als nicht zweifelsfrei 'hitzebedingt' herausstellen würde, sprich: ob die echte Zahl um ein paar Fälle niedriger liegt. Es gilt lediglich, diese Zahl wieder zu verringern. Ganz nüchtern – ganz einfach."
