
"Die Grundlinien sind klar: Kleinkinder haben am Smartphone nichts zu suchen, danach sollte die digitale Welt nicht unkontrolliert über Kinder und Jugendliche hereinbrechen. Ursula von der Leyen, die Präsidentin der EU-Kommission, sieht sich deshalb durch die Empfehlungen des Gremiums ermutigt, den Zugang zu 'sozialen Medien' nach Altersgruppen gestaffelt zu reglementieren. Ist das nun gut oder schlecht? Verfolgt man die Debatte seit gut zwanzig Jahren, muss man sagen: Ja, es ist gut. Kein digitales Neuland wurde so unerträglich idealisiert wie das der 'sozialen' Medien. Nun kommt die Quittung."
"Seit Jahren zeichnet sich ab, welche gesundheitlichen Folgen es hat, wenn man Kinder unvorbereitet, zu früh und zu lange in den Weiten des Internets und mit den süchtig machenden Algorithmen allein lässt", bemerkt die MÄRKISCHE ODERZEITUNG aus Frankfurt/Oder.
Die AUGSBURGER ALLGEMEINE hofft, dass nun tatsächlich eine europäische Regelung kommen könnte: "Bislang herrscht in den Mitgliedstaaten der EU ein Durcheinander an Regeln und Regulierung, das die Tech-Giganten mit den gigantischen Umsätzen bestens für sich nutzen. Selbst Milliardenstrafen nehmen sie in Kauf und halten an gerade für Kinder problematischen Mechanismen fest. Die EU könnte ihnen diesmal ernsthaft das Spiel verderben."
Der REUTLINGER GENERALANZEIGER fordert, den "großen Tech-Konzernen endlich hart" gegenüber zu treten, denn diese seien "nichts anderes als digitale Dealer, die mit der Sucht von Kinder und Jugendlichen Milliarden verdienen."
Bundesfamilienministerin Prien will beim staatlichen Unterhaltsvorschuss sparen. Für die MEDIENGRUPPE BAYERN ist es "ein falsches Signal", diesen nur noch bis zum 16. Geburtstag zu zahlen: "Für das Vertrauen der Bürger in den Staat ist der Vorstoß verheerend. Schließlich ist es Staatsaufgabe, von säumigen Elternteilen Unterhaltszahlungen einzutreiben – und das Geld nicht den Kindern wegzunehmen, nur weil das der Weg des geringsten Widerstands ist."
Für die BADISCHE ZEITUNG aus Freiburg sind die betroffenen Jugendlichen die Leidtragenden: "Es ist richtig, dass angesichts der angeschlagenen Staatsfinanzen alles einmal auf den Prüfstand muss. Aber ausgerechnet bei diesen Jugendlichen zu kürzen, ist falsch. 16-Jährigen, die es ohnehin schon nicht leicht hatten, wird der Start ins Leben über Gebühr erschwert. Die Staatskasse auf ihre Kosten aufzufüllen, ist kurzsichtig und sozial ungerecht."
