14. Juli 2026
Blick in die Zeitungen von morgen

Kommentiert werden der fünfte Jahrestag der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen sowie die Fortschritte beim Wiederaufbau und Hochwasserschutz.

Eine Ortschaft im Ahartal an der Straße zwischen Dernau und Walporzheim, die von den Fluten auf einem Abschnitt einfach mitgerissen wurde. Heftige Regenfälle und Dauerregen sorgten hier 2021 für Überschwemmungen und Überflutungen.
Hochwasser und Überflutungen wie hier im Ahrtal 2021 werden durch den Klimawandel häufiger. (picture alliance / Geisler-Fotopress / Christoph Hardt)
"Vieles ist gelungen in den vergangenen fünf Jahren, manches besser als erwartet", lobt die PFORZHEIMER ZEITUNG:
"Aber dass dringend benötigte Rückhaltebecken oder andere präventive Maßnahmen nicht aus öffentlichen Mitteln finanziert werden dürfen, wirkt angesichts wachsender Risiken durch Extremwetter weltfremd. Erinnern heißt deshalb mehr, als Kränze niederzulegen und Dankesworte zu sprechen. Es heißt auch, alles zu tun, damit sich ein solcher Horror nicht wiederholen kann."
Die Zeitung DIE GLOCKE aus Oelde notiert:
"Im engen Ahrtal mit seinen steilen Hängen schießt bei heftigem Starkregen Wasser sehr schnell zusammen. Die Bewohner bleiben einem beträchtlichen Risiko ausgesetzt. Mangels Alternativen bauen sie ihre Häuser dennoch wieder auf. Wer wollte es ihnen verdenken? Zumindest Neubauten in hochgefährdeten Zonen sollten aber vermieden werden."
Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG schreibt:
"Es hat etwas Zynisches, wenn nach Naturkatastrophen wie dieser, um Schuldgefühle zu wecken, dazu aufgerufen wird, nun aber noch rigoroser dafür zu kämpfen, dass in zwanzig Jahren in Deutschland klimaneutrale Zustände herrschen. Diese nationalen Ziele können im besten Fall Schlimmeres verhüten, wiewohl nicht einmal das sicher ist, schaut man sich um, was sich international tut."
Die Kosten für Bewohner in Pflegeheimen sind weiter gestiegen. Anfang Juli lag der Eigenanteil für das erste Jahr im Heim im bundesweiten Schnitt bei mehr als 3.360 Euro pro Monat. Die AUGSBURGER ALLGEMEINE mahnt:
"Alt zu werden darf kein Lebensrisiko sein. Das wird es aber, wenn eine würdige Pflege während der letzten Etappe eines Lebenswegs unbezahlbar ist. Statt sich über den Segen eines langen Lebens zu freuen, stürzt schon heute die ungewisse Aussicht, wie man diesen Lebensabschnitt meistern kann, viele Menschen in große Sorge. Natürlich ist jeder zunächst selbst verantwortlich, Vorsorge zu treffen. Aber die Aufgabe ist so groß, dass sie die meisten überfordert."
Der KÖLNER STADT-ANZEIGER unterstreicht:
"Die kostenintensive Heimunterbringung ist hausgemachte Folge eines Gesundheitssystems, das lange knausrig agiert und am Ende eine umso größere Rechnung erhält. Laut dem statistischen Landesamt werden bis 2050 allein in Nordrhein-Westfalen knapp 1,7 Millionen Menschen pflegebedürftig sein - etwa jede zehnte Person. Die Finanzlöcher drohen ihre gefräßigen Münder in Zukunft also noch viel weiter aufzureißen. Es sei denn, wir investieren jetzt und wenden so die hohen Folgekosten ab. Denn Pflegebedürftigkeit resultiert oft aus Zivilisationskrankheiten wie Diabetes, Schlaganfall, Demenz, Herzerkrankungen, die sich durch gezielte Prävention zu großen Teilen vermeiden oder zumindest verzögern ließen."