
"Mit seiner schwarz-roten Koalition hat Merz zuletzt ein ganzes Bündel an Gesetzesvorlagen reif für den Bundestag bekommen", lobt die VOLKSSTIMME aus Magdeburg:
"In krassem Gegensatz dazu stehen seine grauenhaften Umfragewerte beim Volk, das er regiert: 85 Prozent der Deutschen sind demnach mit seiner Arbeit unzufrieden. Woran liegt's, dass Merz der zentrale Angriffspunkt bei den Wahlkämpfen in Ostdeutschland ist? Es ist die Kluft zwischen seiner gehobenen Lebenswelt und der des einfachen Wahlvolkes, die die Beliebtheit von Merz niedrig hält."
Das Magazin CICERO moniert:
"Angesprochen auf die aktuelle wirtschaftliche Entwicklung betonte Merz, der sich anbahnende Aufschwung sei durch geopolitische Ereignisse leider ins Stocken geraten. Dafür kann seine Regierung in der Tat wenig. Wohl aber dafür, dass die Reformen in Deutschland länger dauern als gedacht. Angesichts der Diskussion über einen Stellenabbau bei VW im sechsstelligen Bereich mag man sich fragen, ob Merz noch Zweckoptimismus verbreitet oder schon in eine Parallelwelt nach Art seines Vorgängers Scholz abgedriftet ist."
Auch das STRAUBINGER TAGBLATT sieht eine vertane Chance:
"Mit Blick auf die Wahlen im Herbst hätte der Kanzler Sympathiepunkte sammeln müssen, gerade weil die AfD in den Umfragen weiter zulegt und darauf wartet, dass Schwarz-Rot die Menschen weiter enttäuscht. Merz hätte zeigen müssen, dass er nicht nur regieren kann, sondern die Sorgen derer kennt und ernst nimmt, die die politische Mitte zu verlieren droht. Und die kaum noch wissen, wie sie ihren Alltag finanzieren sollen. Das ist ihm nicht gelungen."
Eine AfD-Veranstaltung mit Bundesparteichef Chrupalla in Sachsen-Anhalt hat Irritation und scharfe Kritik ausgelöst. Unter anderem wurde die DDR-Nationalhymne gesungen. Die TAGESZEITUNG – TAZ – schreibt dazu:
"Einen größeren Gefallen kann der Kabarettist Steimle den Nazis in Ostdeutschland kaum tun, denn die Verbindung ostalgischer Gefühle mit rechtsextremer Politik ist deren populistische Königsdisziplin. Dass der Wind im Osten nun vermehrt von rechts weht, dürfte Steimle auch an seinem Publikum bemerkt haben. Für jemanden, der seine Gesinnung je nach aktuell politischer Lage ausrichtete, kannten die DDR-Bürger übrigens auch ein schönes Wort: Wendehals."
"Abscheu – was sonst sollten die Opfer der DDR-Diktatur bei diesen Klängen fühlen?", fragen sich die Zeitungen der MEDIENGRUPPE BAYERN:
"Der AfD ist nicht zu trauen: Sie wünscht sich ein autokratisches System zurück. Sie liebäugelt mit den Putins und Xis dieser Welt. Sie verachtet die Freiheit des Westens. Sie ist ein regressiver Ausdruck dessen, wie Teile ihrer Wähler heute die beiden deutschen Diktaturen verklären oder zumindest verharmlosen."
