
T-ONLINE kommentiert:
"Persönlich darf man Spahn alles Gute wünschen. Politisch ist sein Verhalten bigott. Denn es steht im Widerspruch zur Linie seiner Partei - an der Spahn ganz offenkundig auch nichts ändern will. Leihmutterschaft ist in Deutschland verboten. Und die CDU tritt vehement dafür ein, dass das so bleibt. Kinder sollen demnach nicht zur Ware werden, Frauenkörper nicht zum Handelsplatz. Dafür gibt es viele gute Gründe. Auch die altruistische, also nicht bezahlte Leihmutterschaft lehnt die CDU ab."
Die NEUE PRESSE aus Coburg sieht es so:
"Über Für und Wider von Leihmutterschaften kann intensiv diskutiert und politisch gestritten werden. Wer aber als Politiker für ein Verbot eintritt und dieses dann über das Ausland umgeht, wenn es um das eigene Lebensglück geht, macht sich angreifbar."
Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG führt aus:
"Bei aller Empathie für jeden Kinderwunsch: Hier geht es letztlich darum, unbedingt den eigenen Lifestyle durchzusetzen. Dass auch die so entstandenen Kinder mit Liebe aufwachsen können und dass immer schon Männer und Frauen fremde Kinder liebevoll aufgezogen haben, ist nicht die Frage."
Die TAGESZEITUNG - TAZ wirft ein:
"Spahn hätte auch hierzulande seinen Kinderwunsch wahr werden lassenkönnen. Stichwort Adoption oder Pflegeelternschaft."
Und die TAGESPOST aus Würzburg fragt:
"Wie will der Staat eigentlich von Bürgern Gesetzestreue verlangen, wenn führende Politiker die Gesetze, die im Inland gelten, im Ausland umgehen? Dass Unionswähler das an der Urne mehrheitlich goutieren werden, sollte die CDU jedenfalls besser nicht erwarten."
Viel Lob gibt es in den Meinungsspalten für den Aktionsplan gegen Steuerhinterziehung von Bundesfinanzminister Klingbeil und Justizministerin Hubig - beide SPD. Das DARMSTÄDTER ECHO schätzt das Volumen auf 100 Milliarden Euro pro Jahr.
"Würde nur die Hälfte davon beim Fiskus ankommen, wäre Finanzminister Klingbeil einen Großteil seiner Haushaltssorgen los. Die Regierung könnte sich Debatten über die Kürzung des Elterngeldes oder des Unterhaltsvorschusses für Alleinerziehende sparen."
Die RHEINISCHE POST aus Düsseldorf attestiert der Finanzverwaltung Versäumnisse:
"Dass Bund und Länder besser kooperieren müssen, gerade in Steuersachen, ist ein alter Hut. Deutschland gilt seit vielen Jahren als ein Lieblingsort der organisierten und bandenmäßigen Steuerkriminalität und Geldwäsche. Der Staat muss dem endlich effektiv mehr entgegensetzen, auch digital. Dass seine Bemühungen bisher nicht ausreichen, lässt alarmierende Umsetzungsprobleme vermuten."
