17. Juli 2026
Blick in die Zeitungen von morgen

Unions-Fraktionschef Jens Spahn dominiert die Kommentarseiten. Seine Vaterschaft mit Hilfe einer Leihmutter aus den USA birgt für die VOLKSSTIMME aus Magdeburg...

    Jens Spahn, Vorsitzender der Fraktion der CDU/CSU im Deutschen Bundestag, steht neben seinem Ehemann Daniel Funke beim Bundespresseball. Beide tragen Smoking (April 2026).
    Dass Unionsfraktionschef Jens Spahn und sein Ehemann Daniel Funke mit Hilfe einer Leihmutter aus den USA ein Kind bekommen haben, sorgt für Diskussionen - auch auf den Kommentarseiten der Zeitungen. (picture alliance I dpa | Carsten Koall)
    "...erhebliche politische Sprengkraft. Er, der sich vor längerer Zeit selbst vehement gegen 'Mietbäuche' ausgesprochen hat, geht privat mit seinem Partner genau den Weg der Leihmutterschaft. Das ist pure Doppelmoral. Erste Forderungen nach seinem Rücktritt sind nachvollziehbar."
    Der MÜNCHNER MERKUR ergänzt:
    "Spahns Ego-Tour richtet schweren Schaden an, kostet Glaubwürdigkeit, zerstört Vertrauen: darauf, dass es im Land gerecht zugeht, es kein Sonderrecht für Reiche und Mächtige gibt. Spahn hat sich seinen Traum vom Vatersein erfüllt. Den Traum von der Kanzlerschaft muss er dafür aber wohl beerdigen."
    Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG sieht keinen Ausweg für Spahn:
    "Wenn er sich auf die Position zurückziehen sollte, es handele sich um eine reine Privatangelegenheit, stellt er sich als das dar, was er sicher nicht ist: als naiv."
    Die LAUSITZER RUNDSCHAU aus Cottbus weist auf einen anderen Aspekt hin:
    "Mit seinem Handeln trägt der Unionsfraktionschef dazu bei, dass die Verdrossenheit gegenüber der Politik zunimmt."
    Die STUTTGARTER ZEITUNG gibt zu bedenken:
    "Die Kinderwünsche homosexueller Paare sind legitim und verständlich. Insofern wirft Spahn die Frage auf, ob deren Chancen auf Elternschaft nicht erleichtert werden sollten."
    DER TAGESSPIEGEL aus Berlin kommentiert die Rede an die Nation von US-Präsident Trump:
    "Es sollte um 'freie und gerechte Wahlen'“ gehen. Stattdessen schürte Trump die Zweifel daran. Schuld an allem ist diesmal nicht die Opposition, sondern: China. Nach seinem Rundumschlag ist kaum mehr vorstellbar, dass er einen Sieg der Demokraten bei den Zwischenwahlen akzeptieren wird. Was bleibt, ist die bittere Erkenntnis: Amerikas 'Albtraum für die Wahlsicherheit', wie Trump es nannte, ist nicht China, sondern der eigene Präsident",
    betont DER TAGESSPIEGEL.
    Die FRANKFURTER RUNDSCHAU reagiert gelassen:
    "Trumps perfide Methoden scheinen sich abgenutzt zu haben. Über seine Rede jedenfalls hat kaum eine Zeitung oder ein TV-Sender in den USA allzu prominent berichtet. Zu oft hat der Präsident wie jetzt bei der Rede an die Nation versucht, mit einem angeblichen Aufreger von den wahren Problemen abzulenken."
    Zum Abschluss geht die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG auf die am Sonntag zu Ende gehende Fußball-Weltmeisterschaft in Kanada, Mexiko und den USA ein:
    "Rein sportlich gesehen war das Turnier alles andere als langweilig. Doch geht es Gastgebern solcher Ereignisse nicht auch immer darum, ihr Image zu verbessern? Trump hat für die USA das Gegenteil davon erreicht."