
"Sein Rückzug ist richtig und konsequent",
findet die SCHWÄBISCHE ZEITUNG aus Ravensburg:
"Nicht ein einzelner Fehler brachte ihn zu Fall, sondern die Summe der Affären - von der Maskenbeschaffung über Immobilien- und Benko-Fragen bis zu seinem ambivalenten Verhältnis zur AfD. Hinzu kam der Eindruck wachsender Hybris: Spahn schien zu glauben, für ihn gälten andere Maßstäbe. Mit seinem Rückzug erspart er der Union eine belastende Debatte vor den Landtagswahlen."
Die RHEINISCHE POST aus Düsseldorf konstatiert:
"Der Rücktritt ist menschlich bitter und politisch folgerichtig. Alles andere hätte die Union in einen Konflikt hineingezogen, den sie weder sachlich noch moralisch hätte auflösen können."
Die MÄRKISCHE ALLGEMEINE aus Potsdam hält fest:
"Spahns Doppelmoral bei seiner Elternschaft mithilfe einer Leihmutter in den USA schadet nicht nur der Union. Sie schadet der Regierung insgesamt."
Die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG fügt an:
"Tragisch ist Spahns Rücktritt nicht zuletzt für die Koalition. Für die SPD war der Fraktionschef der Union fast noch wichtiger als der Kanzler selbst, wenn es um das Schmieden von Kompromissen ging."
Das HANDELSBLATT aus Düsseldorf richtet den Blick nach vorn:
"Spahns Rücktritt bietet eine Chance für die Regierung, denn er zwingt Merz zu einem Schritt, den er längst hätte gehen müssen: eine Kabinettsumbildung."
Zum Abschluss noch ein anderes Thema. Zum Konflikt zwischen dem Iran und den USA schreibt die FRANKFURTER ALLGEMEINEN ZEITUNG:
"Weder die USA noch das iranische Regime dürften ein Interesse daran haben, den Krieg wieder voll entfesselt aufzunehmen. Trump steht wegen der anstehenden Wahlen unter innenpolitischem Druck; Teheran ist nicht nur militärisch massiv geschwächt, das Land liegt auch wirtschaftlich am Boden. Und doch ist kaum zu erwarten, dass bald Ruhe einkehren wird. Das militärisch schwächere Iran ist der Supermacht Amerika offenbar ebenbürtiger, als es Trump recht sein kann. Mit der Straße von Hormus hat Teheran einen Hebel in der Hand, den es nicht hergeben wird - und dem Trump bislang nichts entgegenzusetzen hat",
erläutert die FAZ.
Ähnlich die Einschätzung der FRANKFURTER RUNDSCHAU:
"Trump gelingt es gut einen Monat nach dem Rahmenabkommen weder mit militärischer Gewalt, noch am Verhandlungstisch, das Mullah-Regime dazu zu bringen, einzulenken. Trump hat sich mit einer Mischung aus Selbstüberschätzung und Inkompetenz in eine ausweglose Situation manövriert. Die Golfregion ist destabilisiert, der Ölpreis steigt, was der Weltwirtschaft schadet und den Narziss im Weißen Haus vier Monate vor den Zwischenwahlen weiter unter Druck setzt."
